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50 Jahre „Unitatis redintegratio“

Pater Norbert Wientzek

Am 21. November jährte sich zum 50. Mal die Verkündigung des Dekretes des II. Vatikanischen Konzils über die Ökumene „Unitatis redintegratio“.
Aus diesem Anlass hat die deutsche Bischofskonferenz ein Schreiben mit dem Titel „Zur Einheit gerufen“ veröffentlicht. Man kann es im Internet unter www.dbk.de finden.

In diesem Schreiben werden die ökumenischen Themen des Konzils genannt, danach die Entwicklung der Ökumene, die Errungenschaften und die Probleme für die Zukunft kurz besprochen.

Zuerst wird erklärt, dass die ökumenische Bewegung außerhalb der katholischen Kirche entstanden ist. Diese Bewegung wird als „vom Heiligen Geist gewirktes Instrument zur Wiederherstellung der Einheit aller Christen“ verstanden.

Es wird im Konzil anerkannt: „Auch außerhalb der katholischen Kirche gibt es vielfältige Güter und Elemente der Heiligung und der Wahrheit, die auf die Einheit der Kirche hindrängen“.

30 Jahre nach dem Konzil hat der Hl. Papst Johannes Paul II. in der Enzyklika „Ut unum sint“ geschrieben: „ein Vorteil des Ökumenismus besteht darin, dass durch ihn den christlichen Gemeinschaften geholfen wird, den unerforschlichen Reichtum der Wahrheit zu entdecken. In diesem Zusammenhang kann alles, was der Geist in den anderen wirkt, zum Aufbau jeder Gemeinschaft beitragen und gewissermaßen zur Belehrung über das Geheimnis Christi“.

„Unitatis redintegratio“ hat auch Grundhaltungen genannt, die auf dem Weg der Ökumene wichtig sind:

  • Der ökumenische Dialog geht immer einher mit einer Erneuerung der kirchlichen Verkündigung. Sie muss frei sein von falschen und abwertenden Urteilen übereinander.
  • Echte ökumenische Begegnung gibt es nicht ohne innere Bekehrung und Umkehr. Dazu gehört auch, einander und miteinander Gott um Verzeihung zu bitten.
  • Die Seele der ganzen ökumenischen Bewegung ist das private und öffentliche Gebet für die Einheit der Kirche Es umfasst das gemeinsame Lesen der Bibel sowie ökumenische Gottesdienste und Andachten.
  • Ein ehrlicher Dialog kann nur in gegenseitigem Respekt und in gemeinsamer Suche nach der Wahrheit des christlichen Glaubens erfolgen

Zu den Errungenschaften seit dem Konzil gehören u.a.:

  • Ökumenische Kontakte und Begegnungen
  • Ökumenische Gottesdienste und Bibelgespräche
  • Trauungen konfessionsverschiedener Paare unter Beteiligung von Geistlichen beider Konfessionen
  • Auf der Ebene der Bischöfe regelmäßige Begegnungen und zahlreiche gemeinsame Initiativen wie die „Woche für das leben“ oder die „Jahre der Bibel“, gemeinsame Texte zu Ethik und zu Fragen des christlichen Lebens.

Zu den großen Errungenschaften im theologischen Dialog zählt sicherlich die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die 1999 in Augsburg unterzeichnet wurde. Es gibt Fortschritte im Verständnis der Eucharistie und des Amtes in der Kirche, auch wenn noch viele Fragen zu klären sind.
Als ökumenische Aufgaben nennt das Schreiben der Bischöfe folgende:

  • Das gemeinsame Zeugnis für die Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft (auch in ethischen Fragen) in einer Gesellschaft, in der christlicher Glaube keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt.
  • Gemeinsame Verantwortung für andere Menschen. Die Verkündigung des Evangeliums wird in der diakonischen Ökumene fortgesetzt.
  • Der Geistliche Ökumenismus, der sich im gemeinsamen Gebet, im Lesen der Heiligen Schrift und in der Ausrichtung des ganzen Lebens an Jesus Christus zeigt.

Das Schreiben endet mit der Feststellung: „Nur das Evangelium, das in Einheit und Liebe bezeugt wird, ist auch glaubwürdig. Wir laden alle Gläubigen ein, mit uns um die volle Einheit zu beten und dafür zu wirken, damit sich der Auftrag Jesu Christi erfüllt: Alle sollen eins sein, damit die Welt glaubt“.

Eine gesegnete Adventszeit wünscht euch allen
P. Norbert Wientzek SVD

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