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Advent = Fastenzeit ?!

Gemeindereferentin
Julia Wenigenrath

Als wir in den Seelsorgestunden in der ersten Adventswoche unser grünes „Mittentuch“ durch ein lilafarbenes Tuch ersetzt haben. Waren die Spekulationen der Kinder hinsichtlich des Grundes vielseitig:

„Müsst ihr das grüne Tuch waschen?“
„Gibt es ein neues Thema?“
„Dekorieren wir jetzt auch für den Advent?“

Die Verwirrung war den Kindern ins Gesicht geschrieben, als wir Ihnen mitteilten: „Die Farbe Lila verwenden wir in der Kirche, um anzuzeigen, dass wir uns jetzt in einer Fastenzeit befinden.“ Spontan antworteten sie: „Aber wir haben doch Adventzeit, da essen wir doch gerade Süßes und trinken Schokoladen auf dem Weihnachtsmarkt. Das ist doch keine Fastenzeit!“

Aber wir haben doch Adventszeit…

Schon seltsam, wie sich anhand solcher Äußerungen zeigt, dass selbst eine geprägte Zeit im Wandel ist. Eine geprägte Zeit, die wir heute ganz anders vorbereiten als früher. In der damals die Adventszeit wirklich eine Fastenzeit war, die von Ruhe, Besinnung auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Beziehung zu Gott geprägt war. Das Warten auf Gottes Sohn.

Ich kann die Kinder verstehen: Durch das vierwöchige Advent feiern, den Weihnachtsstress, die vollen Einkaufsstraßen, das Naschen und Weihnachtsbuden futtern, fragt man sich schon, ob die besinnliche Zeit nicht einem Feierkult gewichen ist. Eine Adventszeit, in der wir uns nur noch punktuell an das Wunderbare dieser einen Nacht erinnern. Dabei möchte ich mich nicht komplett herausziehen oder davon reden, dass früher alles besser war. Im Gegenteil, früher war es nur anders als heute. Natürlich ist es schön, Plätzchen zu naschen. Natürlich trinke auch ich gerne mal eine Tasse Glühwein und kaufe Geschenke. Nur wie so oft müssen wir aufpassen, dass wir das richtige Maß finden und nicht den Herrn aus dem Blick verlieren, der uns allen das Heil schenken möchte. Wir sollten letzten Endes nicht dazu neigen, das Fest beliebig werden zu lassen.

Es gibt gerade an Weihnachten gegenüber anderen Festen eine Hoffnung, die das Fest noch freudiger für uns machen kann. Eine Hoffnung auf unseren Herrn, der für uns Mensch geworden ist, um uns das Leben in Fülle zu schenken.

Solange wir dies weiterhin im Blick behalten, können wir neben dem Fest, den Leckereien und dem alljährlichen Stress auch heute das Heilbringende seiner Botschaft für uns alle erfahren.

Ihnen einen schönen dritten Advent!
Julia Wenigenrath

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