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Advent

Advent ist da und mit ihm auch die Erwartung auf Christus in unserer Welt. Diese Rüstzeit will unseren Alltag durchbrechen und ein Bewusstsein dafür schaffen, was es alles bedeuten kann, dem Herrn zu begegnen. Solche Vorbereitungszeiten sind in unserer Kirche immer gern vom Fasten begleitet; so mag die eine oder der andere auch noch im Kopf haben, dass es sich bei der Adventszeit eigentlich um eine Fastenzeit handeln sollte: Aber das muss ja vor Weihnachten nicht auch noch sein. Es wäre doch auch zu gemein, den Kindern die Plätzchen und Süßigkeiten zu verbieten, die nun an jeder Ecke lauern! So oder so ähnlich ist der Verzicht auf das Verzichten schnell gerechtfertigt…
In meinen frühesten Erinnerungen stehen sich die vorösterliche Fastenzeit und die vorweihnachtliche Adventszeit eher gegenüber, als dass sie Gemeinsamkeiten aufwiesen. Vor Ostern sammelten wir beispielsweise im Kindergarten alle Süßigkeiten in einer großen Kiste. Vor Weihnachten gab es sogar zum gemeinsamen Frühstück schon mal Plätzchen oder Kakao statt Früchtetee.
Ist der eigentliche Charakter der Adventszeit also verloren gegangen? Für mich steckt in dieser Diskrepanz zwischen dem, was ich eigentlich mit einer Buß- und Fastenzeit verbinde und dem gelebten Konsum im Überfluss der Schatz der Adventszeit:
Ich musste mich nämlich selbst fragen, wieso diese beiden Vorbereitungszeiten so unterschiedlich aussehen. Hat man den Bußcharakter des Advents einfach irgendwann aufgegeben? Reicht es nicht auch einmal im Jahr, sich über den Alltag Gedanken zu machen? Wird man einfach zu traurig, wenn man neben dem weniger werdenden Sonnenlicht auch noch auf Leckereien verzichten müsste? …
Auch wenn das Kirchenrecht seit 1917 das Adventsfasten nicht mehr zwingend und ausdrücklich vorsieht und ich es grundsätzlich immer sehr gut finde, wenn die Kirche auf die Zeichen der Zeit und die Lebenswirklichkeit der Menschen schaut, für die sie da sein will, muss doch mehr dahinterstecken… Und ich glaube, das tut es auch. Die Adventszeit bietet andere „Alltagsdurchbrecher“ oder (um es kirchensprachlicher zu sagen) Anregungen zur Umkehr - wenn wir uns darauf einlassen.
Vorbereitung auf Christus ist doch vorrangig eine innere Haltung, aus der konkrete Handlungen folgen. Es geht darum, so zu leben, dass man ihm zu jeder Zeit begegnen könnte und in keiner anderen Zeit des Jahres ist uns das so präsent wie in der Adventszeit. (Vor-)weihnachtliche Geschichten erzählen uns, wie unterschiedliche Menschen Christus im Nächsten, vor allem im Notleidenden, begegnen. Wenn wir diese Aussagen ernstnehmen, kann uns auch jedes Plätzchen, jeder Glühwein und jedes Lächeln daran erinnern, dass sich Christus auch dieses Jahr, heute, und alle Tage seinen Weg in der Welt sucht und er auch auf uns zukommen möchte.

Daniel Feldmann

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