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Allerheiligen - Gemeinschaft der Heiligen

Gemeindereferentin Bilinda Jungblut

Für die große Zahl der Menschen, die ihren Glauben wirklich ernst nimmt und überzeugt dafür einsteht, reichen die Tage nicht aus, um jeder Heiligen/jedem Heiligen einen besonderen Festtag im Jahr zu widmen.

Deshalb feiern die östlichen Kirchen (größtenteils den heutigen Orthodoxen Kirchen entsprechend) schon seit Anfang des 4. Jahrhunderts am 1. Sonntag nach Pfingsten den Herrentag aller Heiligen. Später legte Papst Gregor IV dann 835 das Fest Allerheiligen für die gesamte Westkirche auf den 1. November fest.
An diesem Tag gedenkt die Kirche nicht nur der offiziell heilig gesprochenen Menschen, sondern auch der vielen Heiligen auf der ganzen Welt, die relativ unbekannt geblieben sind.

Doch finden wir heute überhaupt noch einen wirklichen Zugang zu den Heiligen?
Heilige – sind das nicht für uns heute irgendwie etwas sonderbare, abgehobene, nicht ganz von dieser Welt seiende, blutleere Menschen?

Für mich sind Heilige zunächst einmal ganz normale Menschen mit Ecken und Kanten. Ihr Leben kennt sicherlich genau wie meins Licht- und Schattenseiten, Brüche und Aufbrüche. Das Besondere an ihnen ist, dass sie sich ganz entschieden und nachhaltig an der christlichen Botschaft orientieren und in vielen Situationen kompromisslos danach handeln. Jesus Christus ist Mitte und Maßstab ihres Alltags. Sie leben aus einer intensiven Beziehung mit ihm. Sie nehmen ihre Taufe ernst und stellen sich ihrer Berufung.

Heilige sind auch für mich nicht weit weg von uns. Sie leben nicht irgendwann und irgendwo in einem entlegenen Winkel unserer Erde. Spuren von heilig mäßigem Leben können wir auch hier und jetzt in unserer Umgebung entdecken.

Tief beeindruckt haben mich z.B. die Kinder und Jugendlichen der Gruppe Nangina aus Witten, die am 9. und 10. Okt. den Gottesdienst in der Stadt Bad Driburg mit gestalteten.

Jeden Sonntag in einer anderen Kirche Deutschlands werben die jungen Mitglieder dieser Gruppe für ein lebenswertes, menschenwürdiges Leben der Menschen in Afrika. Ganz selbstverständlich verstehen sie sich als Brüder und Schwestern von Menschen in diesem Erdteil.

Lebendig, kreativ, mutig und selbstbewusst setzten sie sich in den Bad Driburger Gottesdiensten ein und machten den Kirchenbesuchern bewusst, dass sie nicht nur für sich allein leben. Sie luden sie ein, neben der Schönheit und Vielfalt der Natur in dieser südlichen Region der Erde, die sie vielleicht einmal als Touristen genießen, sich auch für die dort beheimateten Menschen, für ihre Kultur, ihr Schicksal, ihre Lebensbedingungen zu interessieren und respektvoll Verantwortung für diese Völker zu übernehmen.

Als vor 26 Jahren junge Menschen in Witten nach ihrer Firmung fragten: „Firmung – und war das alles?“, entstand diese Gruppe Nangina. Die Firmlinge wollten damals aus ihrer Firmberufung heraus ihr Christsein aktiv gestalten und Gottes Geist in ihnen Raum geben. Und so entwickelte sich die Arbeit mit den Menschen in Afrika. Diese Sprengkraft des Glaubens ist wohl durch die vielen Jahre erhalten geblieben, denn auch den jungen Leuten, die hier in Bad Driburg von der Würde der Menschen in Afrika und von ihren Schwierigkeiten erzählten, war die Begeisterung für die Botschaft Jesu Christi deutlich anzumerken. Sie wollten uns Kirchenbesucher nicht in erster Linie über ihre Projekte informieren. Sie wollten uns wachrütteln, hielten uns sogar den Spiegel vor, damit wir sehr deutlich erfahren konnten, dass wir - jede und jeder einzelne -  dazu aufgerufen sind, als Christ/Christin diese Welt lebenswert für viele zu gestalten.

In der Regel verbringen Kinder und Jugendliche ihre Freizeit an den Wochenenden anders als ehrenamtlich von Kirchengemeinde zu Kirchengemeinde zu reisen und auf die Liebe Gottes zu allen Menschen hinzuweisen, die durch jeden einzelnen von uns Gestalt annehmen kann. Diese jungen Menschen nahmen sich die Zeit, gekonnt und engagiert auf das aufmerksam zu machen, was ein Inhalt unseres Christsein ist: „Einer trage des anderen Last“, denn „Mitleid allein genügt nicht“.

Dieses Beispiel von bezeugtem Christsein so junger Menschen war wirklich faszinierend. Für mich kamen darin Ansätze heiligen Lebens und angenommener Berufung zum Ausdruck. Die Gruppe Nangina aus Witten – ein Beispiel unter vielen.

Auch in unserem Pastoralverbund gibt es zahlreiche Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – die glaubhaft für ihr Christsein einstehen und es durch ihr Tun bezeugen. Sie alle gehören zur Gemeinschaft der Heiligen. Ihrer gedenken wir auch am Fest Allerheiligen.

 

Frohe Grüße

Bilinda Jungblut, Gemeindereferentin

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