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Auf ein Wort!

Pastor Peter Lauschus

Wenn man „Auf ein Wort!” gebeten wird, dann heißt das meistens: Da will mir einer den Kopf waschen! Wenn der Chef einen „Auf ein Wort!” ins Büro bittet, bekommen die meisten Bauchschmerzen. Als der Hausarzt meiner Pflegemutter mich „Auf ein Wort!” ins Sprechzimmer bat, war das Ergebnis niederschmetternd. Also: „Auf ein Wort“ kann ich verzichten? Ich hoffe, sie sehen das nicht so. Und auch wenn die Rubrik „Auf ein Wort!” nicht das ist, was sie zuerst lesen, wenn sie die Pfarrnachrichten aufschlagen, sondern es sich aufheben, falls die Predigt mal nicht so interessant ist, jetzt lesen sie es ja!

Dabei kann ein Wort ja so gut sein! Ein Wort des Trostes oder der Aufmunterung, des Lobes, der Bewunderung! Wer freut sich nicht darüber. In der Erziehung von Kindern ist es besser zu loben und den Erfolg herauszustreichen, als die Fehler zu benennen und zu tadeln. Und seien sie versichert, das funktioniert auch bei Erwachsenen!

Die Fokolare (eine neue geistliche Bewegung) kennen das „Wort des Lebens”. Jeden Monat gibt es ein neues Bibelwort, man ist aufgerufen sich damit zu beschäftigen und besonders, es im Allltag anzuwenden, so dass es Leben gibt, für einen selbst und für die Menschen um einen. Unsere evangelischen Geschwister kennen schon seit Jahrhunderten die „Herrnhuter Losungen”: Für jeden Tag zwei Bibelverse und einen Lehrtext, der sie erschließen soll. Und ökumenisch verbunden geben die katholischen und evangelischen Bibelwerke jedes Jahr einen „Bibelleseplan” heraus. Wenn man ihm folgt, lernt man in einigen Jahren praktisch die ganze Bibel kennen.

Auch Kalendersprüche, zum Beispiel die des Cartitaskalenders „Unser täglich Brot”, sind für viele morgens ein wichtiger Denkanstoß.

Bei den Wüstenvätern, den ersten Mönchen, die in Ägypten das Klosterleben „erfanden”, gab es den Brauch, dass man einen anderen, erfahrenen Mönch bat: „Gib mir ein Wort!” und von ihm einen kurzen Satz bekam, der einem zur Meditation dienen und einem im Wachstum im Glauben voranbringen sollte. Viele dieser Sprüche sind gesammelt worden und bis heute erhalten.

Viele gute Worte und jedes auf seine Weise kostbar.

Am wichtigsten ist aber etwas, was ein afrikanisches Sprichwort sagt: “Das gute Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen!” Vielleicht ist das ja ein Anreiz, jetzt in der Fastenzeit viele gute Worte zu sagen, die anderen helfen?

Mfg Peter Lauschus, Vikar

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