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Auferstehung - ein schönes Wort.

Diakon Manfred Lohmann

Liebe Leser, wir reden davon, wenn wir einen lieben Verstorbenen verabschieden: "Wir erwarten die Auferstehung der Toten. Dann werden wir uns wiedersehen."

Dagegen spricht man aber auch von einer Auferstehung, die jetzt schon in unserem Leben geschieht. "Auferstehungserfahrungen" wird das genannt:

Ein Mann wird bei einem Autounfall schwer verletzt, bleibt schwer behindert, verliert seine Arbeitsstelle und fällt in ein tiefes Loch der Hoffnungslosigkeit. Ein Freund rät ihm, sein Leid durch Schreiben von Erzählungen zu verarbeiten. Er wird ein erfolgreicher Schriftsteller - "Auferstehung". - Bei einem Familienvater wird Krebs diagnostiziert. Ein verzweifelter Kampf beginnt, Bestrahlung, Chemotherapie und Operationen. Nach langen Jahren, in der die Familie alle ihre Kraft zusammen nehmen muss, wird er schließlich als geheilt dem Leben zurückgegeben.

Alles das sind sehr wohl "Bilder von Auferstehung", Gleichnisse, die anrühren und ermutigen. Sie geben uns einen "Vorgeschmack" auf die Herrlichkeit, die uns verheißen ist - nicht erst in ferner Zukunft, sondern heute schon. Oder denken Sie an die Nationalhymne der ehemaligen DDR: "Auferstanden aus Ruinen!" Auch Länder können auferstehen. Wenn auch, wie bei der DDR, das neu gewonnene Leben nicht immer von langer Dauer ist.

Aber: Alles das ist nicht die Auferstehung, die wir feiern. Auferstehung, in der nichts anderes geschieht, als dass dieses vergängliche Leben noch eine Fristverlängerung bekommt, einen neuen Schub oder eine neue Hoffnung, ist nicht das, was wir feiern.
Auferstehung - das heißt vielmehr, die Wirklichkeit dieser Welt hinter sich zu lassen und in einer neuen - göttlichen - Wirklichkeit leben.

Wer "Auferstehung" so wie in den oben genannten Beispielen erlebt, ist glücklich zu preisen - gewinnt aber nur ein Leben zurück, dass immer noch in der Angst vor einem neuen Schicksalsschlag lebt. Wirkliche Auferstehung heißt, den Tod nicht mehr zu fürchten.

Auferstehung heißt vor allem, dass wir bis in den Tagesablauf hinein ein anderes Leben führen: Dass wir beten, den Sonntag feiern, aus den Sakramenten leben und deshalb den Nächsten lieben, ihm dienen und uns für ihn hingeben können. Dass wir uns in Gott freuen; die Osterfreude verspüren und teilen, mitteilen! - Auch wenn die Welt (und vor allem die Deutschen) glauben, Klagen sei eine Tugend.

Der Ruf, der die Welt durcheilt, ist nicht der Ruf "Völker, hört die Signale" oder "Wir sind das Volk" oder "Ich bin wichtig" oder "Denke positiv!" - sondern allein: "Jesus Christus ist auferstanden. Ja, er ist wahrhaft auferstanden.

Eine gute Woche in der Osterfreude
wünsche ich Ihnen.

Diakon Manfred Lohmann CIC

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