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Barmherzigkeit, nicht Opfer

Pater Thomas Bucher

„Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (Mt 9,13) ist doch ein sympathisches Zitat für den Übergang von der Faschings- zur Fastenzeit. Die Fastenzeit wird schließlich spontan eher mit Strenge, Freudlosigkeit und Opfer assoziiert als mit Barmherzigkeit und Freude. Barmherzigkeit statt Opfer? Dann kann die Fastenzeit ja nicht so schwer werden! Dann können wir ja freudig so weitermachen wie bisher. – So könnten wir den Vers verstehen.
Jesus zitiert diesen Vers des Propheten Hosea (Hos 6,6) und fordert die Pharisäer auf zu lernen, was dieser Vers bedeutet. Papst Franziskus, der das „Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen hat, in dem wir uns bis zum Christkönigssonntag 2016 noch befinden, hat seiner  Fastenbotschaft diesen Bibelvers vorausgestellt. Deshalb möchte ich mit Ihnen heute und in den nächsten Pfarrnachrichten betrachten, was er uns zu diesem Thema sagt.

Überraschender Weise beginnt der erste Abschnitt der päpstlichen Fastenbotschaft mit Maria. Er ist überschrieben mit: „Maria, Bild einer Kirche, die das Evangelium verkündet, weil sie vom Evangelium durchdrungen ist.“ Maria hat an sich die Barmherzigkeit Gottes erfahren und besingt sie und verkündet sie im „Magnificat“. Nach ihrem Vorbild sind wir alle eingeladen, die Barmherzigkeit Gottes ganz persönlich in unserem Leben zu erfahren und zu feiern. Die österliche Bußzeit ist eine besonders geeignete Zeit dafür!

Mit Initiativen wie „24 Stunden für den Herrn“ (siehe unter Gemeinschaft der Seligpreisungen) möchte der Papst die Wichtigkeit des „betenden Hörens auf das Wort – besonders auf das prophetische Wort“ unterstreichen. „Missionare der Barmherzigkeit“, die von Papst Franziskus in der Fastenzeit ausgesandt werden, sollen „konkrete Zeichen der Nähe und Vergebung Gottes“ sein.

Im zweiten Abschnitt betrachtet Papst Franziskus den Bund Gottes mit den Menschen als  „eine Geschichte der Barmherzigkeit“, denn Gott zeige sich immer reich an Erbarmen und voller Anteilnahmen, während das Volk den Bund breche, der danach auf „stabilere Weise in Gerechtigkeit und Wahrheit neu bestätigt werden“ müsse. „Wir haben es hier mit einem regelrechten Liebesdrama zu tun, in dem Gott die Rolle des betrogenen Vaters und Ehemannes spielt, während Israel den treulosen Sohn, die treuelose Tochter oder Braut verkörpert. Es sind gerade die Bilder aus dem Familienleben – wie im Fall Hoseas (vgl. Hos1-2) –, die ausdrücken, wie weit Gott sich mit seinem Volk verbinden möchte. Dieses Liebesdrama erreicht im menschgewordenen Sohn seinen Höhepunkt. In ihm gießt Gott seine grenzenlose Barmherzigkeit in solchem Maße aus, dass er ihn zur „inkarnierten Barmherzigkeit“ (vgl. Misericordiae Vultus, 8) macht.“

Liebe Schwestern und Brüder, in diesem Liebesdrama zwischen Gott und seinem Volk spielen auch wir eine Rolle. Welche Rolle wollen wir einnehmen?

Einen guten Start in die österliche Bußzeit, mit einer Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes wünscht Ihnen

Ihr Pater Thomas Bucher cb

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