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Blasiussegen

Pater Michael Janmieling

Als ich einmal in einer Kirche den Blasiussegen spendete, gab es ein paar Tage danach gleich eine „Reklamation“. Jemand hatte sich kurz nach dem Segen den Arm gebrochen. „Na ja“, sagte ich scherzhaft, „der Heilige Blasius ist eben nur für den Hals zuständig! Gott sei Dank war es der Arm und nicht der Hals.“

Irgendwie ist es schon erstaunlich, dass gerade in unserer „doch so aufgeklärten Welt“ der Blasisussegen sich weiterhin seiner Beliebtheit erfreut. Als Kind hat mich dieser Segen immer fasziniert, was sich schwer in Worte fassen lässt: Das Licht, die Kerzen, das Angesprochenwerden . Außerdem bin ich heutzutage als Seelsorger erstaunt, wie geduldig sich die Menschen  nach der Messe in die Reihe stellen und warten, um diesen Segen einzeln zu empfangen.

Ich glaube, es geht den Menschen momentan nicht um die Angst, dass ihnen eines Tages eine Fischgräte im Hals hängen bleibt. Heute sind es doch andere Dinge, an denen wir oft zu „schlucken“ haben und woran wir fast ersticken: die Angst vor der Zukunft, die Arbeit, die uns vielleicht manchmal erdrückt, Orientierungslosigkeit im Leben, der Verlust eines lieben Menschen.

Sicher kann man auch ohne Blasisusegen ein guter Christ sein, aber ich denke, in diesem Segen verbirgt sich ein tieferer Sinn.

Erstens ist es zunächst die „Gemeinschaft der Heiligen“, die wir im Glaubensbekenntnis bekennen, die hier zum Ausdruck kommt. Die Heiligen im Himmel und wir sind miteinander verbunden, und sie treten für uns ein.

Und zweitens: Der Mensch braucht nicht nur Worte, sondern auch Zeichen und Gesten. Im Blasisusegen kommt das ganz klar zum Ausdruck: Gott wendet sich mir persönlich zu. Er weiß, was ich in meinem Alltag alles zu „schlucken“ habe. Und die Kerzen, die überkreuz gehalten werden, sagen mir: dass Christus als der Gekreuzigte und Auferstandene mein Licht ist. So wie es im Psalm 27 heißt: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten.“

Und drittens: Segen empfangen heißt auch immer: ich sollte versuchen auf den Segen Gottes durch mein Leben zu antworten. Das heißt ich darf diesen Segen weitergeben, indem ich für andere zum Segen werde. Ein Segen werde ich zum Beispiel, wenn ich für andere da bin, die in ihrem Leben viel zu schlucken hatten. Ich denke, wenn wir das verstanden haben, dann gibt es auch nach dem Blasiussegen keine „Reklamationen“.

Eine gute Woche,

P. Michael Janmieling

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