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Bleibt die Kirche kalt ?

Gemeindereferentin
Anne Frank

Diese Frage ging mir vergangene Woche bei einer der Sitzungen zur Zukunft unserer Pastoralen Räume durch den Sinn. Möglicherweise wurde die Fragestellung durch die aktuelle Wetterlage beeinflusst, aber was ist, wenn eines Tages in einem unserer Orte oder in der Stadt tatsächlich die Kirchentür am Sonntag zu bleibt.

Würde der große Aufschrei folgen, wären wir verstört oder wütend? Resignierten wir, blieben von nun an zu Hause und – ohne es zu merken – vermissten wir den regelmäßigen Kirchgang bald nicht einmal mehr? Täte uns der Anblick der kalten Kirche weh oder bekäme sie schnell so eine Art „Ruinienstatus“, die Kirche als Wegweiser und hieße es lediglich noch „an der alten Kirche rechts runter“ oder „nahe der alten Kirche“? Verlöre gar der Ort selbst sein Zentrum, und aus einer lebendigen Gemeinschaft würde eine „Schlafstadt“, wo das Leben morgens zur Schule und zur Arbeit fährt und erst gegen fünf zurückkehrt.

Vielleicht bildeten sich aber auch andere Gemeinschaften, zum Beispiel am Sonntag gemeinsam vor dem Fernseher oder Radio zum Gottesdienst sehen oder hören, vielleicht träfen wir uns im Winter im Gemeindetreff zum Bibellesen und Beten, und die Kirche wäre für solche Treffen an den wärmeren Tagen geöffnet. Möglicherweise bauen wir unsere Kirche um und haben dann Gemeindetreff und Gottesdienstraum an einem Ort; Gott mitten im Leben. Vielleicht bleibt die Kirche kalt, aber wir lebendig, weil wir uns - sei es reihum oder an einem zentralen Ort - mit vielen zum Messe feiern treffen, vielleicht bleiben wir lebendig, weil sich viele verantwortlich fühlen für die, die sich nicht mehr auf den Weg machen können und mit ihnen zu Hause Eucharistie feiern. Vielleicht entdecken wir, das Christsein sich auch in unserem Alltagshandeln bemerkbar machen muss und nicht mit der einen Stunde Sonntagsmesse erledigt ist.

Nein, es ist nicht angedacht oder in Planung, dass eine unserer Kirchen in Zukunft geschlossen wird, aber selbst da , wo so etwas geschieht, kann unser Glaube lebendig bleiben, wenn wir es wollen und uns mit unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten dafür einsetzten: Der eine durch Gebet, der andere durch seiner Hände Arbeit, wieder einer, weil er die Gabe besitzt, das Wort Gottes zu verkünden und zu erklären, einer, weil er Trost spenden und zuhören kann, einer, der das Brot mit vielen bricht, einer, der die Not der anderen sieht, einer, der die Kinder begeistert und viele, die sich einsetzten, ohne dass es großes Aufsehen erregt.

 

Christus hat keine Hände,
nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße,
um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen,
nur unsere Lippen,
um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe,
um Menschen an seine Seite zu bringen.
Wir sind die einzige Bibel,
die man heut noch liest.
Wir sind die Gute Nachricht,
in Taten und Worten geschrieben.
Und wenn man uns nicht versteht,
was dann?
Und wenn unsere Hände mit anderen
Dingen beschäftigt sind?
Wenn unsere Füße woandershin gehen,
was dann?
Wenn unsere Lippen nicht
Seine Worte sprechen?
Wir müssen uns entscheiden.
So oder so.
Denn Christus
hat keine anderen Hände.

 

Kein ganz neuer Text, der mir gestern beim Aufräumen in die Hände viel, aber er passt auch noch in unsere Zeit und zu meinen „gesponnenen“ Gedanken.

 

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Woche,

Anne Frank

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