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„Caritas – das geht a l l e an!“

Diakon Gottfried Rempe

Besuchen Sie jeden Sonntag einen Gottesdienst, feiern Eucharistie? Reicht Ihnen das? Wenn Sie jetzt mit einem uneingeschränkten „Ja“ antworten, leben Sie ein verkürztes Christentum!

Es genügt nämlich nicht, an jedem Wochenende ein Häkchen hinter seinen Gottesdienstbesuch zu machen und dann auf den nächsten Sonntag zu warten. Dazwischen liegen Tage, an denen unser Christsein sich im solidarischen Miteinander beweisen und ausweisen muss. Es stimmt nachdenklich, wenn bei allen Diskussionen über die Neuorganisation in unserem Pastoralverbund meistens die Frage im Vordergrund steht:“ Wie viele Gottesdienste behalten wir?“

Am Festtag der Heiligen Elisabeth sollten wir wieder einmal verstärkt über unsere Möglichkeiten nachdenken, uns im caritativen Bereich unserer Gemeinden einzusetzen. Engagierte Frauen und Männer arbeiten ehrenamtlich in unseren Caritaskonferenzen mit, setzen sich für die Hilfsbedürftigen, nicht nur für die materiell Schwachen, ein. Die Aufgaben nehmen zu in einer Gesellschaft, in der Armut wächst, Einsamkeit immer weiter um sich greift, Menschen mit vielen Fragen und Problemen allein gelassen werden. Da sind wir als Christinnen und Christen gefragt -  S i e  und  i c h!  In seiner Enzyklika „Deus Caritas est“ schreibt Papst Benedikt XVI:

„Von der Übung der Liebestätigkeit als gemeinschaftlich geordneter Aktivität der Gläubigen kann die Kirche nie dispensiert werden, und es wird andererseits auch nie eine Situation geben, in der man der praktischen Nächstenliebe jedes einzelnen Christen nicht bedürfte, weil der Mensch über die Gerechtigkeit hinaus immer Liebe braucht und brauchen wird.“

Der Papst fährt fort: „Die Kirche ist eine lebendige Kraft. In ihr lebt die Dynamik der vom Geist Christi entfachten Liebe, die den Menschen nicht nur materielle Hilfe, sondern auch die seelische Stärkung und Heilung bringt, die oft noch nötiger ist als die materielle Unterstützung:“

Ein zentraler Satz in der Enzyklika für mich ist folgender: „Die Kirche kann den Liebesdienst so wenig ausfallen lassen wie Sakrament und Wort“.

Ich komme nach diesen Feststellungen noch einmal auf den Anfang meiner Ausführungen zurück. Wenn wir nur Eucharistie feiern, deren Vollzug sich aber nicht in einem praktischen Liebeshandeln an den Menschen wiederfindet und auch umgekehrt, so kreisen wir nur um uns selbst, verengen den Blick auf unser eigenes Leben. „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts“. Ich ergänze: Eine Gemeinde, die Nächstenliebe, Caritas, nicht praktiziert, hat eigentlich nicht das Recht, sich Gemeinde Jesu Christi zu nennen, oder wie es der Kurienkardinal Paul Josef Cordes in seinem lesenswerten Buch „Helfer fallen nicht vom Himmel“ schreibt:

„Ohne Caritas keine Kirche, weil Caritas für viele Menschen die Visitenkarte des Christentums ist.“ (S.11).

Wir, die Mitglieder der Caritaskonferenzen im Pastoralverbund Bad Driburg würden uns sehr freuen, wenn Sie ihre „Visitenkarte“ bei uns abgäben und erklärten: Ich möchte bei Ihnen eine kleine Aufgabe übernehmen. Das Beispiel der Heiligen Elisabeth sollte uns allen Ansporn sein, sich für die Menschen in seelischer und sozialer Not zu engagieren, die auf Ihre und meine Hilfe warten.

Noch einmal Kardinal Cordes: „Wenn ich die Zuwendung zum Nächsten in meinem Leben weglasse und nur fromm sein möchte, nur meine religiösen Pflichten tun, dann verdorrt die Gottesbeziehung. Dann ist sie nur korrekt, aber ohne Liebe.“ (S.80/81).

Ich danke ausdrücklich allen Mitgliedern der Caritaskonferenzen in den unterschiedlichsten Einrichtungen unseres Pastoralverbundes für ihren Einsatz. Bleiben wir alle uns immer der Tatsache bewusst: „Die Liebe Christi drängt uns.“ (2 Kor 5,14)

Ihnen allen wünsche ich eine gute Woche, den Kranken Mut und Zuversicht, den Hilfe suchenden hilfsbereite Menschen!

 

Ihr

Gottfried Rempe, Diakon

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