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Pfarrnachrichten:

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"Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich ... !"

Pastor Edgar Zoor

Jak 5, 14

Diesen Rat gibt der Verfasser des Jakobusbriefs allen erkrankten Mitgliedern der christlichen Gemeinde. Menschliche Zuwendung und geistliche Begleitung der Kranken gehören seit den ersten Tagen der Kirche zu ihrer Praxis. Bis heute - auch in Bad Driburg. Als Seelsorger im St. Josef-Hospital und im Pastoralverbund darf ich seit dem 1.7. diesen Jahres diesen Dienst ausüben. Mit dieser Ausgabe der Pfarrnachrichten möchte ich die Gelegenheit nutzen, dieses pastorale Tun ein wenig aus der besonderen Welt des Krankenhauses in die Öffentlichkeit zu heben. In einer folgenden Ausgabe möchte ich Ihnen dann die seelsorgliche Praxis der Geistlichen Einzelbegleitung vorstellen, für die ich mich in einer zweijährigen Zusatzausbildung qualifizieren konnte.

Die Sorge um die Kranken geht auf Jesus selbst zurück. Wir lesen an vielen Stellen im Evangelium, dass sich Kranke mit der Bitte an ihn gewendet haben, wieder gesund werden zu können. Teilweise wird uns von zahllosen Heilungen einzelner Kranker berichtet, vor allem am Ufer des See von Tiberias. Es ist aber auch oft geschehen, dass Jesus von sich aus auf Kranke zugegangen ist und sie geheilt hat. Die Heilung der Kranken war für ihn ein sichtbares Zeichen dafür, dass Gott uns Menschen nicht verlassen hat, sondern uns in diesem Leben schon zum Heil führen will. Krankenheilungen haben in der Bibel immer einen hinweisenden Charakter auf die erfahrbare Nähe Gottes.

Auch die Jünger durften die Menschen diese Kraft spüren lassen. Das Bemühen um kranke und sterbende Menschen ist somit wie von selbst in die Praxis der Kirche eingeflossen. Klöster und andere kirchliche Einrichtungen waren die ersten Gesundheitszentren der Weltgeschichte. Darum ist es wesentlicher Ausdruck des kirchlichen Lebens, wenn ein Krankenhaus auch heute noch aus dem Bewusstsein geführt und unterhalten wird, hiermit an der Sendung Jesu teilzuhaben, die heilende Gegenwart Gottes erfahrbar zu machen. Das Angebot der Krankenhausseelsorge ist neben den medizinischen Hilfen ein Versuch, dabei zu helfen, diesen Auftrag Jesu zu erfüllen.

Vielleicht fragen Sie sich: "Wie geht das denn nun genau?"

Als Krankenhausseelsorger gilt mein Augenmerk in erster Linie der Situation der Patientinnen und der Patienten des Hauses sowie ihren Angehörigen: Sie erleben sich oft mit vielen Fragen nach dem Sinn Ihres Krankseins oder ihres nahen Sterbens konfrontiert: Zuhören, Antworten anbieten und oft genug auch gemeinsam die Ohnmacht und Antwortlosigkeit ins Gebet bringen - das sind neben anderen die wesentlichen Kennzeichen in der mitgehenden Seelsorge im Krankenhaus.

Darüber hinaus besteht aber auch eine seelsorgliche Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses im Bereich der Behandlung, der Pflege, der praktischen Organisation und auch der Verwaltung.

Präsenz und Erreichbarkeit sind dabei wichtige Stützpfeiler. Im Rahmen meiner 50% Beschäftigung im Krankenhaus versuche ich, die Woche über am Nachmittag im Haus zu sein: Besuche in den Patientenzimmern können in einem Erstkontaktgespräch dann zu einer längeren Begleitung führen. Die Patienten haben selbstverständlich auch die Möglichkeit, selbst ein Gespräch zu erbitten - eine Informationsbroschüre bei der Aufnahme lädt dazu ein. Jedoch mache ich immer wieder die Erfahrung, dass eine persönliche Ansprache im ganz normalen Klinikalltag den leichteren Zugang für eine Begleitung schafft.

Neben dieser Präsenz auf den Stationen bin ich darüber hinaus mittels Mobiltelefon erreichbar - auch nachts.

Die Feier der Eucharistie und der Sakramente - vor allem der Krankensalbung und der Beichte - stellen neben den begleitenden Gesprächen den nächsten wichtigen Bereich der Seelsorge im Krankenhaus dar. Das Angebot der Kommunion auf den Zimmern am Samstag nachmittag wird dabei von rund 15 Patientinnen und Patienten dankend angenommen. Die Mitfeier der Eucharistie von Gemeindemitgliedern, die Dienste der Ministranten und anderer bei der Heiligen Messe und bei der Kommunion im Haus sind für die Patientinnen und Patienten äußerst wichtig: sie erleben hier eine Brücke in die Normalität des Alltags. Darum laden wir alle Gemeindemitglieder herzlich ein, die Eucharistie mit uns zusammen in der Kapelle des St. JosefsHospitals zu feiern.

Das Krankenhaus ist sicherlich in vielen Punkten eine eigene Welt. Diese Welt zusammen mit den Menschen im Haus als besonderen pastoralen Raum zu entdecken und weiter zu entfalten , verstehe ich als meine Aufgabe der nächsten Jahre.

Für die beiden kommenden Wochen wünsche ich Ihnen ganz viel Segen und Gesundheit!

 

Pastor Edgar Zoor

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