Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Pfarrnachrichten:

Aktuelle Ausgabe

Archiv

Das Jahr des geweihten Lebens.

Pater Norbert Wientzek

Der Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften des apostolischen Lebens, Kardinal Joao Braz de Aviz, hat mit der Hl. Messe am 30. November im Petersdom (Papst Franziskus konnte nicht, er war in der Türkei) das Jahr des geweihten Lebens eröffnet. Einige Tage vorher hat Papst Franziskus ein Apostolisches Schreiben an die Ordensleute geschrieben, in dem er einige Impulse für dieses Jahr, das am 2. Februar 2016 endet, gegeben hat. Die Ziele für das Jahr hat er so formuliert:

  1. Dankbar auf die Vergangenheit zu schauen. Jede Kongregation soll sich ihrer Anfänge und ihrer geschichtlichen Entwicklung erinnern, um Gott zu danken, der der Kirche so viele Gaben geschenkt hat. Die eigene Geschichte zu erzählen ist notwendig, um die Identität lebendig zu erhalten und die Einheit und Zugehörigkeitsgefühl der Mitglieder zu festigen.
  2. Die Gegenwart mit Leidenschaft zu leben. Jede/r muss sich die Frage stellen, ob das Evangelium die Norm für das Alltagsleben und für die Entscheidungen, die wir treffen, ist. Es reicht nicht, das Evangelium zu lesen und zu meditieren. Jesus verlangt von uns, es zu verwirklichen und zu leben.
  3. Die Zukunft voll Hoffnung zu ergreifen. Trotz der bekannten Probleme (Überalterung, fehlende Berufe, finanzielle Probleme) sollen die Institute des geweihten Lebens die Hoffnung nicht aufgeben, denn die Hoffnung, von der wir sprechen, gründet sich nicht auf Zahlen oder auf Werke, sondern auf Gott.

Der Papst formuliert auch die Erwartungen für das Jahr des geweihten Lebens.

  1. Wo Ordensleute sind, da ist Freude. Ordensleute sind gerufen, zu erfahren und zu zeigen, dass Gott fähig ist, ihr Herz zu erfüllen und glücklich zu machen. Für das geweihte Leben gilt besonders, was für die ganze Kirche gilt: Die Kirche wächst nicht durch Proselytismus, sondern durch Anziehung. Junge Menschen werden sich von uns angezogen fühlen, wenn sie uns als glückliche Männer und Frauen sehen.
  2. Die geweihten Menschen sollen die Welt „aufwecken“ durch das Merkmal des geweihten Lebens, die Prophetie. Die Priorität die verlangt wird, ist Prophet zu sein, d.h. Zeugnis zu geben, wie Jesus auf dieser Erde gelebt hat. Der Prophet hat die Gabe von Gott empfangen, die Geschichte, in der er lebt, zu beobachten und die Ereignisse zu deuten. Er kennt Gott und kennt die Menschen. Er ist fähig zu unterscheiden und das Übel der Sünde und die Ungerechtigkeiten öffentlich anzuklagen, weil er frei ist, weil er sich keinem anderen Herrn verantworten muss außer Gott.
  3. Die Ordensmänner und -frauen sind berufen, „Experten der Communio“ zu sein. Alle geweihten Personen sind berufen, die Kirche zum Haus und zu Schule der Gemeinschaft zu machen. Dabei geht es nicht nur um Gemeinschaft im eigenen Orden, sondern auch zwischen den verschiedenen Orden (auch mit den Orden der getrennten Kirchen). Schließlich geht es um Stärkung der Gemeinschaft in der ganzen Kirche und über deren hinaus.
  4. Die gottgeweihten Menschen sind gerufen, in die existenziellen Peripherien zu gehen, besonders zu den Armen, Flüchtlingen, Kranken und Verlassenen.
  5. Jede Form des geweihten Lebens muss sich fragen, was Gott und Menschheit heute von ihr verlangen.

Im dritten Kapitel „Die Horizonte des Jahres des geweihten Lebens“ wird unterstrichen, dass das Jahr des geweihten Lebens wichtig für die ganze Kirche ist und nicht nur für die Orden selbst. Ich möchte diesen Beitrag beenden mit einem Gebet für die Ordensleute, das aus einem Gebet von Anselm Grün stammt und für diese Angelegenheit geschrieben wurde:

„Stärke die geweihten Männer und Frauen auf ihrem Weg, erfülle sie mit Deinem heiligen Geist, damit sie ein Gespür haben, wie sie heute den Auftrag Jesu Christi erfüllen können, sich der Armen und Sünder, der Abgesonderten und Abgelehnten anzunehmen und ihnen deine Botschaft der Liebe und Versöhnung glaubhaft zu vermitteln.“

Ihr P. Norbert Wientzek SVD

11.890.952  Besucher seit 09.2009