Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Pfarrnachrichten:

Aktuelle Ausgabe

Archiv

Das Osterlachen

Im Mittelalter gab es den Brauch des „Risus Paschalis“, des „Osterlachens“. In die Osterpredigt flocht der Prediger eine Anekdote oder einen kleinen Witz ein, damit die Gläubigen einfach lachen mussten. So war das früher, aber wird es nicht Zeit, auch heute etwas von diesem Osterlachen wieder zu entdecken?

Die Welt ohne Gott, oder gegen Gott, kennt die Freude nur in Form von Jubel – Trubel – Heiterkeit. Freude ohne Alkohohl kann man sich kaum noch vorstellen. Freude wird nur dann erlebt, wenn Leid und Kummer abwesend sind.

Und was haben wir als Christen zu bieten?

Wer das Neue Testament nur annähernd kennt, der weiß, dass das Wort „Freude“ fast auf allen Seiten der Schrift zu finden ist. Die Freude am Ostermorgen ist eine Freude, die alles Bisherige übersteigt, die die Jünger kaum fassen können. „Ich werde euch wiedersehen; dann wir euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.“ (Joh 16,22) Wer die Apostelgeschichte liest, spürt etwas von dieser Kraft der Freude bei den Aposteln. Es ist eine Freude, die alle Dunkelheit und Angst durchbricht, die wirklich niemand nehmen kann.

Kann man von dieser Freude heute etwas bei uns in der Kirche spüren und sehen? Oder sind wir mir auf das Jammern fixiert? Vielleicht hilft es uns, wenn wir wieder das Osterlachen erlernen, so dass der Osterjubel unsere Augen leuchten lässt und uns Lebensfreude und Zuversicht schenkt.

Prälat Ludwig Wolker (+1955) hat einmal 19 Hausregeln für guten Humor verfasst. Es finden sich die einfachsten Dinge in dieser Hausregel: Ein frohes Gesicht zeigen, ein freundliches Wort sagen, Gutes denken, Ärgerliches nicht weitersagen, Schenken, Beichten, Baden, Feiern und ähnliches. In der neunzehnten Hausregel heißt es dann:

„An Gott glauben! – Du meinst, das täten wir schon? Freund, dann wäre mehr Freude und Humor auf der Welt. Das ist das letztgültige Rezept: Wirklich an Gott glauben, dass seine Allmacht und Liebe lebt. Das allein kann die Herzen im tiefsten ruhig und froh machen ... unser Volk wird noch einmal froh, sehr froh und dankbar sein, wenn ihm die Christen das Lachen wiederbringen.“

Freude und Humor, das sind die besten Voraussetzungen für das Reich Gottes, denn sie sind eine Frucht der Liebe, ohne die keiner das Ziel erreichen kann.


P. Michael Janmieling

11.880.049  Besucher seit 09.2009