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Das Reich Gottes ist mitten unter euch!

Gemeindereferentin Bilinda Jungblut

Es muss Jesu Lieblingswort gewesen sein, so oft spricht er vom Reich Gottes. »Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe!« »Es ist mitten unter euch!« »Es ist in euch!«. Voll Begeisterung hat Jesus Bild um Bild entworfen und in vielen Geschichten seinen Zeitgenossen von diesem unfassbaren und doch so konkreten Reich Gottes erzählt.

In drei verschiedenen Sichtweisen will er den Menschen das Reich Gottes nahebringen: Er macht deutlich, Gottes Reich beginnt in uns selbst. Wir sind der Acker, auf den Gott wie ein Bauer den Samen seines Wortes, seiner Liebe aussät. Manches kann sich nicht im Boden verwurzeln. Doch was in gute Erde fällt, bringt Frucht – hundertfach, sechzigfach, dreißigfach! (Mt. 13,3-9) Wenn wir Gott die Chance geben, das wachsen zu lassen, was er in uns hineingesät hat, dann reift sein Reich heran, in unserer eigenen Person, in unserer eigenen Tiefe.

In den Seligpreisungen (Mt 5, 3-11) spricht Jesus von einem Reich, das unter den Menschen entstehen soll, dadurch, dass Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Sanftmut sich durchsetzen und Friede entsteht, damit sich die zerstrittene Menschheit zu einer Gemeinschaft von gleichwertigen Schwestern und Brüdern zusammenfindet.

Schließlich spricht er von einem Reich, das entstehen wird nach dem großen Umbruch, der mit dem Ende der irdischen Geschichte der Menschheit und dieser Welt verbunden ist (Mk 13, Mt 24). Die, die sich den Bedürftigen, den Gefangenen, den Fremden und Obdachlosen ohne Gegenleistung
zugewandt haben, dürfen das Reich in Besitz nehmen. (Mt 25, 34)
Doch welche Bedeutung hat diese Botschaft Jesu ganz konkret in Ihrem, in meinem, im Leben unserer Gemeinden? Wonach richtet sich das neue Gesicht von Kirche?

Bei all den Planungen, wie die großen pastoralen Räume zu gestalten sind, beziehen wir Überlegungen, die das Reich Gottes betreffen, das nach Jesu Worten, mitten unter uns ist, höchstens am Rande mit ein. Strukturpläne, Gottesdienstzeiten, Kirchenbesucherzahlen, Erhalt von Traditionen, (alles auch bedenkenswerte Aspekte) scheinen mehr im Vordergrund zu stehen.
Vielleicht ist es wichtig, nach Gottes Reich, nach seiner Gegenwart unter uns hier in Bad Driburg auf Spurensuche zu gehen. Es könnte uns dann passieren, dass wir - wie der Mann der unerwartet und überraschend im Acker einen Schatz findet – auch auf etwas stoßen, was uns dem Reiche Gottes näherbringt (Mt 13,44). Sind wir dann bereit, ebenso alles, was uns bisher so lieb und teuer war, aufzugeben, um voll Freude diesen Acker mit dem verborgenen Schatz zu erwerben?

Ich wünsche uns, dass wir mehr und mehr über Jesu zentrale Botschaft vom Reiche Gottes miteinander ins Gespräch kommen, sie buchstabieren lernen, um herauszufinden, was sie für uns heute ganz persönlich, aber auch hier in unserem Pastoralverbund Bad Driburg bedeuten kann.

Ich wünsche Ihnen und mir eine recht nachdenkliche Woche


Bilinda Jungblut, Gemeindereferentin

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