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Das Sakrament der Firmung

Pater Norbert Wientzek

Nach monatelanger Vorbereitung wird in unserem Pastoralverbund in Kürze das Sakrament der Firmung gespendet.

In diesem Jahr hat Papst Franziskus in den Mittwochsaudienzen zunächst über die Sakramente gesprochen und danach über die Gaben des Heiligen Geistes, die in besonderer Weise mit dem Sakrament der Firmung verbunden sind. Ich möchte diesen Beitrag mit Hilfe dieser Audienzkatechesen verfassen.

Firmung gehört zusammen mit Taufe und Eucharistie zur christlicher Initiation. Das heißt, durch diese Sakramente, die ursprünglich in einer einzigen Feier gespendet wurden, werden wir dem gestorbenen und auferstandenen Christus eingegliedert und zu neuen Geschöpfen und Gliedern der Kirche. Das Sakrament der Firmung schenkt uns eine besondere Kraft des Heiligen Geistes, um den Glauben auszubreiten und zu verteidigen, den Namen Christi zu bekennen und uns nie des Kreuzes zu schämen. Ziel der Vorbereitung auf den Empfang der Firmung soll daher eine persönliche Zustimmung zum Glauben an Christus sein und das Bewusstsein der Zugehörigkeit zur Kirche wecken.

Firmung – wie jedes Sakrament – ist nicht das Werk des Menschen, sondern nur das Werk Gottes, der Sorge trägt für unser Leben, indem er uns nach dem Bild seines Sohnes formt, um uns fähig zu machen zu lieben wie er. Dies tut er, indem er uns den Heiligen Geist eingießt, dessen Wirken den ganzen Menschen und das ganze Leben durchdringt.

Die Kirche unterscheidet sieben Gaben des heiligen Geistes, eine Zahl, die symbolisch auf Fülle und Vollkommenheit verweist. Die Gaben sind: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.

Ich möchte die Gaben mit Hilfe der päpstlichen Katechesen kurz beschreiben:

  1. Die Weisheit. Es handelt sich nicht um menschliche Weisheit, die Frucht von Wissen und Erfahrung ist. Es ist die Gnade, alles mit den Augen Gottes zu sehen, die Dinge mit dem Urteil Gottes zu beurteilen.
  2. Die Einsicht. Es handelt sich hier nicht um die intellektuelle Fähigkeit, mit der wir mehr oder weiniger begabt sein können. Sie ist vielmehr eine Gnade, die nur der Heilige Geist eingießen kann und die im Christen die Fähigkeit erweckt, über das Äußere der Wirklichkeit hinauszugehen und die Tiefen der Gedanken Gottes und seines Heilsplans zu ergründen
  3. Die Gabe des Rates. Der heilige Geist will unser Gewissen befähigen, eine konkrete Entscheidung im Einklang mit Gott zu treffen. Auf diese Weise lässt der Geist uns auch in der Tugend der Besonnenheit wachsen. Diese Besonnenheit gründet im Bewusstsein darüber, dass unser Wohl im Willen des Vaters liegt, der uns seinem Sohn immer ähnlicher macht.
  4. Die Stärke. Mit der Gabe der Stärke befreit der Heilige Geist den Boden unseres Herzens von Trägheit, von Ungewissheit und von allen Ängsten, die uns abhalten könnten von der Umsetzung des Wortes Jesu in die Praxis. Die Gabe der Stärke zeigt sich besonders in schwierigen Situationen, wo Menschen ihr Leben opfern, um dem Herrn und seinem Evangelium treu zu bleiben.
  5. Die Erkenntnis. Sie beschränkt sich nicht auf das menschliche Wissen. Sie ist eine besondere Gabe, die uns dazu führt, über die Schöpfung die Größe und Liebe Gottes sowie eine tiefe Beziehung zu jedem Geschöpf zu erfassen. Sie lässt uns die Schönheit der Schöpfung sehen und Gott dafür preisen. Sie hilft uns auch, uns nicht als Herren der Schöpfung aufzuspielen, sondern für sie Sorge zu tragen und sie als das schönste Geschenk Gottes zu verstehen.
  6. Frömmigkeit. Allgemein verstehen wir hier ein religiös eingeübtes Verhalten der Ehrfurcht gegenüber Gott. Als Gabe des Heiligen Geistes jedoch hat die Frömmigkeit ihren Grund in Gott selbst. Durch die Taufe sind wir Kinder Gottes, und die Freundschaft mit Jesus stärkt in uns die Freude und Zuneigung gegenüber unserem himmlischen Vater. Das lässt unsere Frömmigkeit wachsen, die uns geradewegs zum Gebet und zum Eifer in der Erfüllung des Botschaft Jesu führt.
  7. Gottesfurcht. Über die Gottesfurcht wird der Papst wahrscheinlich sprechen am Tag, an dem die Pfarrnachrichten gedruckt werden. Nach Auskunft anderer Autoren können wir aber sagen, dass diese Gabe das Herz dazu bewegt, alles zu vermeiden, was unvollkommen oder unangemessen ist und mit der Tugend nicht übereinstimmt.

In den kommenden Wochen wollen wir besonders beten für die Jugendlichen unseres Pastoralverbundes, die das Sakrament der Firmung empfangen: Dass sie sich den Gaben des Heiligen Geistes öffnen und die Früchte des Geistes hervorbringen.

Ihr P. Norbert Wientzek SVD

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