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Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind

Pastor Peter Lauschus

So schreibt Goethe in seinem Faust: Weil der Glaube keine Argumente hat, verlegt er sich auf Wunder, die nicht überzeugen, sondern überwältigen sollen. In seinem Roman „Das Wunder des Malachias“ spielt der englische Autor Bruce Marschall das durch. Der Benediktinermönch Malachias bewirkt durch sein Gebet, dass ein Tanzpalast aus der Stadt Edinburgh auf eine Insel vor der schottischen Küste versetzt wird. Er hofft, dadurch die Menschen von der Wahrheit der katholischen Lehre zu überzeugen, scheitert aber. Alle, die nicht glauben wollen, erklären das offensichtliche Wunder einfach weg. Wunder haben für Nichtglaubende ein Gerüchlein: Sie fühlen sich überrumpelt, nicht überzeugt. Wunder stehen für viele Menschen heute in der Nähe von Taschenspielertricks und unseriösen Praktiken. Sie passen nicht ins Weltbild.

Die neue Bibelübersetzung will diesem Gefühl entgegenkommen: Das Wort Machttaten ersetzt in der neuen Ausgabe das Wort Wunder. Dabei geht es nicht darum, durch einen Taschenspielertrick die Wunder verschwinden zu lassen, sondern sie besser einzuordnen. Schon Jesus weigerte sich „Beweiswunder“ zu wirken, wie sie von ihm gefordert wurde. Seine Wunder sind eben Machttaten: Sie erweisen seine Macht und wer sie erfährt, kann auf sie reagieren. Man sieht es im Neuen Testament an vielen Stellen: Manche kommen durch sie zum Glauben, manche nicht. Gott erweist durch die Taten Jesu, dass er auf seiner Seite ist, aber er zwingt keinen an ihn zu glauben. Und auch in unserer Zeit soll diese Freiheit der Entscheidung nicht gebrochen werden.

So kann für den Glaubenden die neue Wortwahl eine Einladung sein, noch einmal darüber nachzudenken, worauf sein Glaube basiert und für den Nichtglaubenden eine Möglichkeit sich frei und ungezwungen mit dem Glauben zu beschäftigen.

Nicht das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind, sondern das Tun des Glaubens. Christen, die ihren Glauben leben, auch wenn dabei keine „Wunder“ geschehen, sind die besten Zeugen für den Glauben und die besten Argumente für ihn. Und in dieser Form der Glaubensverkündigung und Weitergabe haben wir doch noch manche Möglichkeit etwas zu tun und zu bewirken.

Mit freundlichen Grüßen Peter Lauschus, Vikar

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