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Das Zeichen der Erhöhung.

Diakon Manfred Lohmann

Liebe Mitchristen,

das Kreuz ist das Erkennungzeichen des Christen. Es steht oder hängt in unseren Räumen, Wohnungen und Küchen. In und um Bad Driburg erinnern zahlreiche Wegkreuze an den Glauben unserer Vorfahren, dem wir doch treu bleiben wollen. In manchen Wohnräumen findet sich das Kreuzzeichen seltener; es scheint, dass es Menschen gibt, die sich deswegen schon bei uns schämen und deshalb dieses Kreuz fast versteckt an irgendeiner verborgeneren Stellen Haus aufhängen, damit es nicht sofort ins Auge fällt. Und doch ist es da,umdeutlich zu machen, was uns im Leben wichtig ist und unser Leben trägt.

Wenn irgendwo eine Wohnung "ausgemistet" wird, haben manche keinerlei Skrupel alte Kreuze von der Oma auf den Müll zu werfen, andere wiederum haben einen tieferen Respekt davor und sagen: Etwas "Heiliges wie das Kreuz" wirft man doch nicht weg.

In den Evangelien der Fastenzeit wurde uns auf unserem Weg in das Osterfest ein tiefes Nachsinnen über das Kreuz bezeugt. Hier wird vom "ERHÖHTEN" gesprochen, der am Kreuz hängt, also das Gegenteil vom Kreuz als Zeichen der Erniedrigung. Das Kreuz war die tiefste Erniedrigung eines Menschen. Da wird ein Mensch dem Spott und der Verachtung einer gaffenden Menge dargeboten, um vor ihr einen schlimmen Tod zu sterben.

Für unser Evangelium ist aber schon diese Erniedrigung das Gegenteil: Der Gekreuzigte wird erhöht. Das Kreuz ist und bleibt zwar das Zeichen menschlicher Bosheit, Gemeinheit und Grausamkeit. Aber es ist auch das Zeichen, wie weit Gott gegangen ist in seiner Liebe zu unserer Welt. Wie sehr ihm daran liegt, dass die Welt zu ihm zurückfindet. Somit ist das Kreuz das eigentliche Zeichen unseres Glaubens. Vieles Wichtige und Tiefe verbindet uns mit anderen Religionen, besonders mit den Juden und Muslimen. Aber eine Besonderheit bleibt für uns Christen: Wir glauben der Liebe Gottes, die bis zur Hingabe Jesu am Kreuz für uns ging. Von dieser Liebe Gottes kann uns nichts trennen. Das Kreuz zeigt zwar, wie vergiftet unsere Welt ist, dass in ihr so eine Bosheit und Ablehnung gegenüber der Liebe Gottes möglich wurde; Das Kreuz ist aber gleichzeitig das Gegengift, das uns und diese Welt heilen kann: im Verzicht auf Gewalt; im Füreinander des Dienens; in der Bereitschaft zur Versöhnung; in unserer Hingabe an Gottes Willen. Das Kreuz ist also das Gegengift gegen eine von Rivalität, Herrschaft, Gewalt, Gier und Vermessenheit vergifteten Gesellschaft. Vielleicht haben wir das Kreuz so noch nicht gesehen.

Diakon Manfred Lohmann CIC

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