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Das Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn (3)

Diakon Guido Schütte

Liebe Schwestern und Brüder,

die fünfte These des Zukunftsbildes lautet:

Vertrauen und Verantwortung schenken.

Die Kirche von Paderborn vertraut darauf, dass Gott ihr alle nötigen Gaben schenkt. Miteinander dürfen Priester und Laien, Hauptberufliche und Ehrenamtliche, Frauen und Männer es wagen, wechselseitig Vertrauen zu schenken und Verantwortung zu übertragen und zu übernehmen. Dies gelingt, wenn gegenseitiges Interesse und Aufmerksamkeit das Miteinander prägen.

Für mich ist dies die weitgehendste Aussage in den Thesen des Zukunftsbildes: Wir verlassen uns darauf, dass Gott uns alles zur Verfügung stellt, was wir für das Gedeihen des kirchlichen Lebens brauchen! Alles Benötigte ist bereits verteilt auf die Menschen, die gemeinsam das Antlitz der Paderborner Kirche prägen. Das heißt aber auch: Jeder Mangel, den wir empfinden, erklärt sich dadurch, dass wir Christen die uns zugedachten Aufgaben nicht wahrnehmen können, wollen oder dürfen. Also müssen wir sorgfältig schauen, wer von uns welche Gabe bekommen hat, bestimmte Dienste in der Kirche verlässlich zu erfüllen. Denn das muss keineswegs immer der Priester – Pastor – Pfarrer tun, der noch in der jüngsten kirchlichen Vergangenheit die exklusive Kompetenz in der Gemeinde beanspruchte – oder auch gegen seinen Willen aufgenötigt bekam. Und das, obwohl das II. Vatikanische Konzil schon vor fünfzig Jahren eine solche Haltung für überholt erklärt hat.

Zum Glück ist es in unserem Pastoralen Raum nicht so. Auf der letzten Klausurtagung von Pfarrgemeinderatsvorständen und Pastoralteam im Februar 2015 wurde das gute Miteinander von „Hauptberuflichen“ und „Ehrenamtlichen“ noch einmal besonders hervorgehoben. „Kirche von Paderborn sind wir alle, jeder einzelne Christ“, stellte die Tagung zu Recht fest. So erleben es auch unsere Kirchenvorstände: In allen Pfarreien und Pfarrvikarien unseres Pastoralverbundes nehmen sie mit ihren geschäftsführenden Vorsitzenden die anfallenden Aufgaben der kirchlichen Vermögensverwaltung weitgehend eigenverantwortlich wahr. Und ich erinnere mich noch gut an die Worte des Pastoralverbundsleiters an sein Team: Ihr braucht das, was ihr seelsorglich auf den Weg bringen wollt, nicht von mir genehmigen zu lassen. Ich vertraue darauf, dass ihr wisst, was ihr tut. Sonst wärt ihr nicht hier!

In Zukunft wird es darauf ankommen, dass eine solche Selbstverständlichkeit des Vertrauens und der Verantwortung im ganzen Erzbistum heimisch wird. Und zwar sowohl in der Breite, also im generellen zwischenmenschlichen Miteinander, als auch in der Tiefe, nämlich in wirklicher gegenseitiger Wertschätzung, ausgehend von den Bischöfen, über die Priester, die Diakone, die mit der Seelsorge beauftragten „Profis“, also unsere Gemeindereferentinnen, die gewählten Räte, die vielen ehrenamtlich Tätigen in Pastoral und Alltagspraxis bis hin zu den Menschen, die ihren Platz und ihre Aufgabe in der Kirche entweder schon verlassen oder noch gar nicht gefunden haben.

Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg in die Zukunft wird sein, dass die Grenze zwischen Geistlichen und Laien mehr als Verschiedenheit der Indienstnahme und weniger als hierarchische Abstufung verstanden wird. Dem entspricht der Wunsch der Klausurtagung, mit dem Diözesanbischof und weiteren Personen aus der Bistumsleitung bei Bedarf in direkten Kontakt treten zu können. Vielleicht erkennen wir an der Einrichtung solcher Möglichkeiten, dass aus dem Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn eine Wirklichkeit geworden ist.

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
Diakon Guido Schütte

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