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Das Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn (9)

Gemeindereferentin
Anne Frank

Ist es Ihnen schon einmal begegnet, dieses Logo oder das bunte Kreuz? Vielleicht haben Sie es ja in der Kindertagesstätte oder der Schule Ihrer Kinder an der Wand entdeckt, im Dom oder der Tageszeitung darüber gelesen oder es als Ansteckkreuz an einer Jacke gesehen. In innerkirchlichen, katholischen Kreisen ist das sogenannte Zukunftsbild gerade omnipräsent. Vor knapp einem Jahr wurde das Schreiben von unserem Erzbischof in Kraft gesetzt. Ein Papier, das sich, wie der Name schon sagt, mit der Zukunft unseres Erzbistums, unserer pastoralen Räume, Gemeinden und unseres christlichen Glaubens und Lebens in Gegenwart und Zukunft auseinandersetzt. Ein Leitfaden zum Gedankenaustauch und Diskussion darüber, wie unser Glaube auch weiterhin lebendig bleiben, erneuert und gelebt werden kann. Die Überlegungen und Ideen dazu sollen nicht allein von den Hauptamtlichen und Hauptberuflichen im kirchlichen Dienst kommen. Der Erzbischof ruft alle Christinnen und Christen im Erzbistum auf, sich mit dem Zukunftsbild vertraut zu machen und vor allem mit dem Vertrauen auf Gott sein Leben und das der christlichen Gemeinschaft zu gestalten. 12 Aussagen sollen uns einen ersten Eindruck von den Inhalten des Zukunftsbildes vermitteln, und wir vom Pastoralteam haben uns vorgenommen, Ihnen die Thesen in dieser Rubrik des Pfarrbriefes näher zu bringen. Einige meiner Kollegen taten dies schon vor den Sommerferien, und nach besagter Pause bin ich nun mit der Nummer 9 an der Reihe: Wachstum fördern.

Ich gebe zu, meiner Begeisterung hielt sich bei dieser Aussage in Grenzen. Das Wort „Wachstum“ assoziierte ich zuerst lediglich mit einem unbändigen wirtschaftlichen Fortkommen. Alles scheint immer mehr, höher, weiter, schneller, besser werden zu müssen, und das in einem Tempo, bei dem ich meine Zweifel habe, ob wir Menschen da noch mitkommen. Dann fiel mein Blick in einen Garten, dort findet ebenfalls Wachstum statt: Blumen, Bäume, Sträucher, Gras und vieles mehr. Damit all die Pflanzen gedeihen und wir uns an ihnen erfreuen können, sie uns Erholung und Nahrung schenken, braucht es Zeit und Anstrengungen, hin und wieder den richtigen Dünger und manchmal auch einen mutigen Schnitt, um Altes abzuschneiden und Neuem Raum zu geben. Zu guter Letzt dachte ich an unsere Kinder. Hier erfreut mich das Wachsen besonders, entdecke ich jeden Tag neue Eigenschaften, sehe die Neugier auf das Leben, erlebe die Lust am Leben und natürlich versuche ich, ihre Talente und Fähigkeiten zu fördern. Wachstum fördern hat tatsächlich mehr positive Aspekte als ich zunächst dachte.

Wie nun lässt sich diese Aussage auf unser christliches Leben in unseren Gemeinden anwenden?

„Die Kirche von Paderborn findet Stärkung in positiven Erfahrungen und Neuaufbrüchen. Sie will aufmerksam werden für Wachstumsprozesse, anstatt über Abbrüche und Schwächen zu klagen. Wo Positives erkennbar wird, will sie die Bedingungen dafür erforschen und stärken. Ein zentrales Merkmal des Wachstums ist, dass Engagement ermöglicht und Freiraum zur Entfaltung gegeben wird.“

So lautet der gesamte Wortlaut meiner zu bearbeitenden 9. Aussage. Als erstes fällt mir ins Auge, dass wir aufgefordert werden, das Klagen über verloren Gegangenes und über die Schwierigkeiten im gemeindlichen Leben nicht bis in die Unendlichkeit fortzuführen. Öffnen wir unsere Augen doch nicht nur für das Vergehen, sondern auch für das Wachsen in unserer Kirche. „Es gibt keine Kinder und Jugendlichen mehr in unseren Gotteshäusern.“, heißt es oft. Aber was ist mit den vielen Messdienern? Haben Sie mal gezählt, wie viele Zeltlager dieses Jahr von christlichen Jugendgruppen in unserem Pastoralen Raum angeboten wurden und ist Ihnen aufgefallen, dass die Musikgruppen, die unsere Prozessionen begleiten, viele junge Musiker zum Mitmachen begeistern? Es gibt immer noch eine ganze Menge an Glauben in unseren Gemeinden. Wir sind aufgefordert, ihn zu sehen und zu bestärken. Lassen wir zu, dass Menschen von unserer traditionellen  Norm abweichen und etwas anderes probieren. Warum sollte Gott das Trommelkonzert mit den selbstgebauten „Holzkisten“ der Dringenberger Messdiener weniger gefallen als ein „Großer Gott wir loben dich“? Und muss ein ökumenischer Gottesdienst unter freiem Himmel eine einmalige Aktion bleiben, oder wäre ein solches Gebet nicht immer und immer wieder gemeinsam wünschenswert, damit wir als Christen weiter zusammenwachsen?

Vielleicht  begeben wir uns doch in der kommenden Woche einfach mal auf die Suche nach dem Wachsen in unseren Gemeinden und lassen – zumindest in unseren Gedanken – denen, die es anders machen als wir es gewohnt sind, ein Stückchen „Freiraum zur Entfaltung“.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Woche,
Ihre Anne Frank

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