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Das Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn (11)

Pastor
Peter Lauschus

Die 11. These des Zukunftsbildes lautet:

Entscheidungen in Beteiligung herbeiführen

"Die Kirche von Paderborn will Entscheidungen kommunikativ angehen und so Partizipation fördern. Gerade Entscheidungen mit weit reichenden Konsequenzen und umstrittenen Ergebnissen brauchen besondere Qualität. Erkennbar wird das in der wertschätzenden Beteiligung von Betroffenen sowie der Sorge darum, dass Beteiligte ausreichend informiert sind und über das notwendige Wissen verfügen."

Dieses Anliegen des Zukunftsbildes ist eigentlich eine ganz alte Forderung: Schon in der frühen Kirche war es ein Grundsatz, dass alle gefragt werden mussten. Auch bei Benedikt von Nursia ist dieses Prinzip festgehalten. Und zum Beispiel bei der Priesterweihe wird es heute noch ansatzweise praktiziert: Vor der Weihe fragt der Bischof extra nach, ob die Gemeinden und die Verantwortlichen befragt worden sind und eventuell Einwände haben. Dazu kommt noch ein ausgefeiltes Rätesystem, das in der deutschen Kirche etabliert ist. Vom Pfarrgemeinderat über den Dekanatspastoralrat bis hin zum Diözesankomitee. Also: Alles geregelt? Da kann man nur mit Radio Eriwan antworten: Im Prinzip ja, aber…. Wenn man die Wahlbeteiligung betrachtet, die bei PGR Wahlen meist weit unter den Möglichkeiten bleibt, wenn man mitbekommt, dass Pfarrversammlungen meist von weniger als 1% der Berechtigten besucht werden, kann man zweifeln. Es sieht so aus, als ob die Kirche sich als Serviceinstitution darstellt oder als Behörde, jedenfalls nehmen viel sie offensichtlich so wahr. Dabei ist sie ein lebendiger Organismus, eine Gemeinschaft wie eine Familie. Beteiligung scheint sich nicht zu lohnen, weil „die da oben“ ja sowieso entscheiden, wie es läuft. Und es ist nicht ganz falsch: Eine ganze Reihe von Entscheidungen sind über das Kirchenrecht an das geweihte Amt gebunden. Aber alle, die mitmachen, erfahren auch anderes: Dass sie gehört werden, dass ihre Meinung geschätzt wird, dass sie gestalten können. Manche sind dann aber frustriert, weil sie keine Basis in der Gemeinde verspüren, geschweige denn Dank erfahren. Initiativen, die sie ergreifen, werden ignoriert, Informationen, die sie weitergeben wollen, versanden. Da braucht es auch eine hohe Frustrationstoleranz, um das auszuhalten und weiter zu machen. Anfang November stehen KV-Wahlen an, die nächste Gelegenheit, sich niederschwellig zu beteiligen, indem man seine Stimme abgibt. Den Kirchenvorstehern wäre es zu wünschen, dass sie für ihre Arbeit eine breite Zustimmung erfahren, die sich in einer hohen Wahlbeteiligung ausdrückt.

MfG Peter Lauschus, Vikar

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