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Der Heilige Bonaventura

Pater Norbert Wientzek

Der Heilige Bonaventura war um das Jahr 1218 in Bagnoreggio unter dem bürgerlichen Namen Giovanni Fidanza auf die Welt gekommen. Zusammen mit Thomas von Aquin gehört er zu den herausragenden Gestalten der Scholastik. Seine Bibelkommentare, Predigten und mystischen Schriften wurden immer wieder vervielfältigt und bis heute gelesen und wissenschaftlich untersucht (denken wir nur an die Habilitationsschrift von Josef Ratzinger „Das Offenbarungsverständnis und die Geschichtstheologie Bonaventuras“).

In Paris hatte er den Doktor der Theologie erlangt, und wurde zusammen mit Thomas von Aquin ins Professorenkollegium der Pariser Universität aufgenommen. Noch während seiner Studienzeit trat er im Jahr 1243 den Franziskanern bei. 14 Jahre später wurde er zum Generaloberen gewählt.

Der heilige Franziskus starb im Jahre 1226 und hinterließ den Orden ohne klare Struktur. So lange er lebte, konnte alles durch sein Charisma gelöst werden. Inzwischen war der Orden sehr groß geworden, zählte etwa 30 000 Mitglieder, und die Schere zwischen den verschiedenen Ansichten öffnete sich immer mehr. Die einen wollten eine feste Klosterstruktur annehmen, die anderen stellten alle bestehenden kirchlichen Strukturen in Frage.
Dem heiligen Bonaventura gelang es, dem Orden Halt zu geben und ihn in eine feste Organisationsstruktur einzubinden, ohne die Begeisterung und das Feuer der ersten franziskanischen Aufbruchsjahre zu opfern.
So wird er als „zweiter Gründer des Franziskanerordens“ bezeichnet.

Im Mai 1273 wurde unser Heiliger von Papst Gregor X zum Kardinalbischof ernannt und beauftragt, das zweite Konzil von Lyon mit vorzubereiten. Es ging bei diesem Konzil vor allem um die Verhandlungen zwischen griechischer und römischer Kirche.
Bei der liturgischen Feier der errungenen Einheit, auch wenn nicht von langer Dauer, predigte der heilige Bonaventura. Zwei Wochen später, am 15 Juli 1874 und noch vor Abschluss des Konzils, starb er.

Seine Bescheidenheit wird durch folgende Legende veranschaulicht:
Als die päpstlichen Gesandten mit dem Kardinalshut im Kloster erschienen und den Hut in feierlicher Weise dem neuen Kardinal aufsetzen wollten, sollte er gesagt haben: „Hängt den Hut dort an den Baum, ich hole ihn mir, wenn ich mit meiner Arbeit hier fertig bin.“ (Bonaventura war gerade in der Küche beim Abspülen.)

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
P. Norbert Wientzek SVD

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