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Der Weg ist das Ziel

Gemeindeassistentin
Julia Kembügler

Ein schöner Satz, aber auch in gewissen Zeiten ein Satz bei dem ich mir auch manchmal denke: Wenn du meinst? Und manchmal trifft der Satz zu, obwohl er vor Weisheit trieft.

Ich habe erst gestern, als ich mit den Menschen aus dem Pastoralverbund Dortmund-Aplerbeck von Untereschbach nach Köln ein Stück Jakobsweg gewandert bin, mal wieder gesehen, wie unterschiedlich ein Weg sein kann.
Am Anfang des Weges war ich ganz begeistert. Es gingen mir diverse Fragen und Erwartungen durch den Kopf: „Was kommt jetzt auf mich zu? Schaffe ich das? Gibt es vielleicht auch kleine Überraschungen? Wer begegnet mir?“

Der Weg an sich wurde dann für mich vor allem geprägt durch Begegnungen. Begegnungen mit den Nachbarn, die glücklicherweise den gleichen Laufrhythmus hatten und nicht wie andere geradezu davongelaufen sind. Begegnungen mit Menschen, die ihre Hilfe anbieten oder die sich  zurückfallen lassen, weil sie an einem Gespräch interessiert sind. Begegnungen erleichtern einem, erleichtern mir den Weg. Sie lenken ab. Sie bereichern einen. Sie stellen den auch teilweise schwerer werdenden Weg in den Hintergrund.

Aber spätestens als wir die schützende Kühle des Waldes verlassen haben und in der stechenden Sonne den Asphalt Kölns bezwangen, gelangten die menschlichen Bedürfnisse wieder in den Vordergrund. Das anfängliche euphorische, gespannte Starten war schon lange her, die Füße und Beine taten weh und  die schweißtreibende Sonne tat ihren Rest dazu. So allmählich begannen sich die Gedanken zu verändern: „Wie lange ist es noch? Kann sich nicht mal 'ne Wolke vor die Sonne schieben. Eine Toilette wäre jetzt auch schön. Und Hunger habe ich ja eigentlich, wenn ich ehrlich bin, auch. Lasst mich doch einfach hier sitzen. Ich organisiere mich schon!“ Aber trotz der unterbewussten Gedanken kamen wir dann doch endlich an. Erst sahen wir das Ziel und schließlich kamen wir zum Ziel – zum Dom. Geschafft!!!

Und letzten Endes ist es mal wieder viel interessanter sich den Weg an sich anzuschauen als das Ziel. Für sich selbst zu schauen, wie hat sich eigentlich der Weg für MICH gestaltet. Ganz abgesehen davon, das ein Ziel nicht so eine tolle Geschichte hervorbringen kann, wie der Weg dahin. Auf Wegen lernen wir viel über uns selbst, über andere und manchmal auch über Gott. Es sind aber nicht nur Wege, die wir bei einem Pilgerweg begehen. Sondern es können auch die ganz alltäglichen Wege sein, bei denen wir gespannt sind, uns besser kennen lernen oder aufgeben. Mal erklimmen wir sie mit Leichtigkeit und mal würden wir lieber kapitulieren und sitzen bleiben. Dann brauchen wir jemanden, der uns hilft wieder aufzustehen und uns antreibt.

Ich finde es immer wieder schön zu wissen, dass wir Christen dann auf EINEN ganz besonders vertrauen können, der uns auf unseren Wegen immer begleitet. Egal ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Egal ob wir es nach unserem Ermessen verdient haben oder nicht. Er beschützt uns auf unserem Weg, nörgelt und leidet mit uns mit. Jesus als Versteher, Freund und Begleiter. Demnach müssen wir gar keine Angst haben, die Wege in unserem Leben zu gehen. Und obwohl es trotzdem nicht immer leicht ist, diese zu bezwingen und wir manchmal auch erst im Nachhinein erkennen, was wir Tolles erfahren haben, so lohnt es sich immer, sich zu bewegen und nicht sitzen zu bleiben. Denn manchmal ist wirklich der Weg das Ziel!

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