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Die Fastenzeit

Pater
Michael Janmieling

Falls Sie einen Führerschein besitzen: Erinnern Sie sich noch an die ersten Stunden in der Fahrschule? Was heute wie von alleine funktioniert, war in den ersten Unterrichtsstunden nicht so leicht, vor allem das Anfahren am Berg. Mit dem rechten Fuß das Gaspedal und mit dem linken die Kupplung kommen lassen, und dann noch die Bremse nicht vergessen. Gott sei Dank, hat mir das schon mein Vater vorher beigebracht. Aber trotzdem, man musste dafür erstmal ein Gefühl bekommen. „Nicht so viel Gas!“ ... „Jetzt mit Gefühl, die Kupplung!“ ... „Du musst auch mehr Gas geben!“ ... „Nicht so schnell die Kupplung kommen lassen“...usw. Aber irgendwann hatte man es raus.

Mit der Fastenzeit ist es auch nicht anders.Auf der einen Seite ist es eine Zeit des Loslassens, eine Zeit, auf das zu verzichten, was unser Leben vielleicht zu schwer macht. Hier sollte jeder für persönlich überlegen, wo es momentan ein Zuviel gibt. Denn nur wer innerlich vorwärts kommen will, muss sich auch von so manchem Ballast losmachen. Auf der anderen Seite kommen wir damit auch nicht weiter, wenn man nur diese Seite der Fastenzeit sieht. Ähnlich wie beimAnfahren mit demAuto am Berg: nur die Kupplung loslassen reicht nicht, man muss auch das Gaspedal betätigen. Die Fastenzeit ist nicht nur eine Zeit des Verzichtens um des Verzichtes willen, sondern auch eine Zeit, die Kräfte unserer Seele zu aktivieren, um intensiver das Geschenk des Lebens zu entdecken. Der schlichte und einfache Ritus des Aschenkreuzes drückt diese Akzente der Fastenzeit aus: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.“ Das heißt loslassen und die inneren Kräfte aktivieren.

Also, wenn Sie vorwärts kommen wollen: langsam loslassen und behutsam das Gaspedal betätigen.

Ihnen eine gute Fastenzeit,
P. Michael Janmieling

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