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Die Werke der Barmherzigkeit

Pater Thomas Bucher

Liebe Schwestern und Brüder,

in seiner Fastenbotschaft  sprach Papst Franziskus vom Liebesdrama zwischen Gott und Mensch, und von Jesus als der „inkarnierten Barmherzigkeit“. Als Mensch verkörpere er das innige Hinhören auf Gott, zu dem Israel gerufen ist, und die Liebe zu Gott aus ganzem Herzen und mit ganzer Kraft. „Als Sohn Gottes ist er der Bräutigam, der alles unternimmt, um die Liebe seiner Braut zu gewinnen, an die ihn seine bedingungslose Liebe bindet, die dadurch sichtbar wird, dass er sich auf ewig mit ihr vermählt.“ „Die Schönheit der heilbringenden Liebe Gottes, die sich im gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus offenbart hat“ (Evangelii gaudium, 36), gelte es auf immer neue Weise zu hören und zu verkünden!

In seiner Barmherzigkeit bietet Gott dem Sünder immer wieder eine Möglichkeit zur Reue, zur Umkehr und zum Glauben an, „um auf diese Weise die Beziehung zu Ihm wiederherzustellen. Im Gekreuzigten geht Gott schließlich so weit, den Sünder in seiner äußersten Entferntheit erreichen zu wollen, genau dort, wo dieser sich verirrt und von ihm abgewandt hat. Und dies tut er in der Hoffnung, dadurch endlich das verhärtete Herz seiner Braut zu rühren.“

Gott möchte in seiner Barmherzigkeit mit seiner treuen Liebe unsere Herzen berühren, um uns barmherzig zu machen. Er motiviert uns  zur Nächstenliebe und regt in uns „die Werke der Barmherzigkeit“ an, über die Papst Franziskus im dritten Abschnitt seiner Botschaft schreibt. Er wünscht, dass wir in diesem Jahr ganz besonders über die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit nachdenken,  damit wir  „immer mehr in die Herzmitte des Evangeliums“ vorstoßen, „in dem die Armen die Bevorzugten der göttlichen Barmherzigkeit sind“ (Misericordiae Vultus, 15). „Im Armen nämlich wird das Fleisch Christi neuerlich sichtbar.“ (ebd.)

Unser Glaube soll sich in konkreten alltäglichen Handlungen niederschlagen. Als Beispiele werden genannt: den Nächsten zu speisen, zu bekleiden, zu beherbergen, zu besuchen, zu trösten, zu erziehen. Vor Gottes Liebe „erweist sich jener als der Ärmste, der nicht bereit ist, seine Armut einzugestehen. Er meint, reich zu sein, ist aber in Wirklichkeit der Ärmste unter den Armen. Denn er ist Sklave der Sünde, die ihn dazu drängt, Reichtum und Macht nicht zum Dienst an Gott und am Nächsten einzusetzen, sondern um in sich das tiefe Wissen zu ersticken, dass auch er nichts als ein armer Bettler ist.“

Durch die leiblichen Werke berühren wir „das Fleisch Christi“, durch die geistigen Werke unmittelbarer unser „Sünder sein: beraten, belehren, verzeihen, zurechtweisen, beten. Die leiblichen und die geistigen Werke dürfen daher nie voneinander getrennt werden.“ Indem wir im Armen das Fleisch des gekreuzigten Jesus Christus berühren, kann uns bewusst werden, dass wir selbst arme Bettler sind. Die Mächtigen haben die Möglichkeit zu erkennen, dass auch sie vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn unverdient geliebt werden. „Einzig in dieser Liebe liegt die Antwort auf jenes Sehnen nach ewigem Glück und ewiger Liebe, das der Mensch mit Hilfe der Götzen des Wissens, der Macht und des Reichtums meint stillen zu können.“

Möge die Fastenzeit für uns eine Zeit sein, in der wir durch das Hören auf das Wort Gottes und durch Werke der Barmherzigkeit Christus ähnlicher und „mehr Mensch“ werden.

P. Thomas Bucher cb

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