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Ein Evangelium für Theóphilus

Diakon Guido Schütte

Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat...“ - so beginnt das Evangelium nach Lukas, das wir vom dritten Sonntag im Lesejahr C zunächst bis zum Beginn der Fastenzeit hören werden.

Der Evangelist Lukas ist ein mit den vielfältigen christlichen Überlieferungen seiner Zeit bestens vertrauter und gefragter Kenner. Als ein gewisser Theóphilus sich mit der Person Jesu Christi beschäftigen will, beginnt er, diese Überlieferungen sorgfältig zu sichten und „der Reihe nach aufzuschreiben“. Zu einem anderen Zeitpunkt wird er für denselben Theóphilus auch noch die Apostelgeschichte verfassen.

Warum Lukas die ganze Arbeit auf sich nimmt, um Theóphilus „von der Zuverlässigkeit der Lehre [über Jesus Christus] zu überzeugen“, können wir nur vermuten. Es gibt Stimmen, die unter Theóphilus (übersetzt: „Freund Gottes“) keine konkrete Person, sondern ein Gleichbild für alle Menschen verstehen, die sich mit der Frohen Botschaft wohlwollend auseinandersetzen. Ich halte es für angemessener, dass die Bekehrung des „hochverehrten“ Theóphilus der letzte Anstoß für eine schon länger geplante Zusammenstellung der Überlieferungen zum Lukanischen Evangelium war.

Dieses Evangelium ist faszinierend erzählt. Das heißt nicht etwa, dass Lukas den Inhalt frei erfunden hätte; vielmehr ordnet er die ihm vorliegenden Schriftquellen so ansprechend zu, dass sich daraus eine flüssige und schlüssige Schilderung ergibt.

Der am jetzigen (24. Januar 2010) und am kommenden Sonntag verkündete Abschnitt betrachtet den von Johannes getauften und aus einem langen Wüstenaufenthalt nach Galiläa zurückkehrenden Christus am Beginn seines öffentlichen Wirkens. Der charismatische Lehrer und Prediger wird schnell bekannt und beliebt. Eines Tages besucht er in Nazaret, dem Ort seiner Kindheit, den Synagogengottesdienst. Einem Mann von diesem Ruf, noch dazu aus der Heimat, überträgt man dort gern die ehrenvolle Aufgabe, einen Abschnitt aus der Heiligen Schrift zu verlesen. Jesus liest aus dem Buch des Propheten Jesaja:

Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; […] den Gefangenen die Entlassung […]; den Blinden das Augenlicht; […] und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“

Spannend berichtet Lukas, wie Jesus sich setzt und die Menschen auf die Schriftauslegung des berühmten Predigers und Lehrers warten. Die wiederum fällt denkbar knapp aus: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt“.

Was diese überraschende Schriftauslegung bewirkt, beschreibe ich Ihnen im nächsten Pfarrbrief.


Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Diakon Guido Schütte

 


 

Den gesprochenen Text dieses Beitrages finden Sie hier.

 

 

3. Sonntag im Jahreskreis C

Evangelium nach Lukas 1,1-4.4,14-21.

Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat.

Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.

Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben.

So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.

Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend.

Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen.
So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt:

Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Dann schloß er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.

Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

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