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Ein Wort zum Wahlsonntag

Gemeindereferentin
Anne Frank

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn dieser Pfarrbrief herauskommt, ist Wahlsonntag in Deutschland und auch, wenn ich kein besonders politischer Mensch bin, so möchte ich zu Beginn meiner „sonntäglichen Worte“ kurz auf dieses Ereignis eingehen.

Es gibt sicher in jedem Leben, im privaten, wie im öffentlichen, eine Menge Geschehnisse und Dinge, die es mir schwer machen, die mich belasten und mir auf der Seele liegen. Ich hoffe aber, dass es ebenso viel Gutes und Schönes gibt, wofür ich dankbar sein kann. Dazu gehört auch, dass ich in einem freien und demokratisch regierten Land leben darf. Zur Wahl zu gehen, war für mich daher nie eine Frage, sondern immer eine Selbstverständlichkeit. Es ist meine Möglichkeit der Mitbestimmung, frei und geheim.

Ich nutze sie in diesem Jahr wieder und denke, es ist wichtig, dass viele dies ebenfalls tun. Gehen wir wählen, damit unsere Demokratie lebendig bleibt. - Und selbst, wenn die nächsten Sätze sicherlich eine große Portion jugendlicher Romantik und Naivität beinhalten und das Leben uns doch oft genau das Gegenteil zeigt, so könnte, an der ein oder anderen Stelle, vielleicht Gutes bewirkt werden, wenn wir uns für etwas einsetzen, zu unserer Meinung stehen, dem Nächsten ein freundliches Wort gönnen, dem schwierigen Gegenüber zugestehen, dass auch er oder sie eine wertvolle Seite hat - oder eben einfach wählen gehen. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Im Evangelium des heutigen Sonntages vergleicht Jesus Gott mit einem Gutsherren, welcher, ganz gegen unsere kapitalistischen Gepflogenheiten, allen Arbeitern, egal ob sie elf oder eine Stunde für ihn gearbeitet haben, denselben Lohn auszahlt. Als jene Arbeiter, die sich seit den frühen Morgenstunden im Weinberg plagen, zu murren beginnen und sich ungerecht behandelt fühlen, heißt es im Text der Bibel:

„Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin? (Mt 20, 13-15)

Gütig sein, mich nicht vom Neid zerfressen lassen, dem anderen Raum und Möglichkeit zum Leben geben; so will das Gottesbild Jesu die Menschen seiner Zeit verändern. Lassen auch wir uns heute davon ansprechen, bedenken wir sein Wort und tun wir unsere eigenen, kleinen Schritte, um das Gute in das Gesicht unserer Welt zu bringen.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Woche und einen spannenden Wahlsonntag.

Ihre Anne Frank

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