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„Ein jegliches hat seine Zeit“

Gemeindereferentin
Anne Frank

(nach Koh 3,1)

Nur durch Zufall stieß ich im Fernsehprogramm auf eine Sendung über den „Wald der Zukunft“. Ein Bericht über dieses wichtige Ökosystem, das als Sauerstofflieferant, Wasserspeicher und erneuerbare Energiequelle unbedingt erhalten und darüber hinaus erweitert werden muss. Viele Wissenschaftler befassen sich mit den Fragen nach den richtigen Baumsorten, Standorten, der Frage nach Plantagenwäldern oder wilder Natur. Niemand kann genau sagen, ob ihre Ideen und Planungen richtig sind, doch müssen sie den Versuch wagen und die zarten Pflänzchen schon heute setzen, denn Bäume wachsen langsam und es dauert seine Zeit, bis aus einer kleinen Schonung ein richtiger Wald wird.

Mir kam dabei unser Pastoralverbund in den Sinn. Im September, direkt nach den Ferien, feiern wir zum dritten Mal den Gottesdienst zur Gründung unseres Pastoralverbundes Bad Driburg. Doch einen gewachsenen und gefestigten „Wald“ feiern wir da nicht. Es scheint eher ein Stück ödes Land zu sein, das Paderborn uns überlassen hat mit dem Auftrag: „Macht was draus, sonst geht eure Zukunft baden.“ Während nun die einen schon anfangen zu planen und unterschiedliche Pflänzchen ins Auge fassen, besitzen die anderen noch genug eigenen Baumbestand, der gehegt und gepflegt werden will und haben nicht die Muße, sich um diese noch karge Fläche zu kümmern. Es ist in der Tat eine Herausforderung, vielleicht auch eine Überforderung, einen Wald für die Zukunft zu pflanzen, von dem ich – je nach Baumsorte – nicht weiß, ob ich dessen Blätterdach überhaupt erleben werde und ob alles, was ich mir an Nutzen versprach eintreffen wird.

Dennoch hat mich dieser Gedanke fasziniert: Einen Beitrag für den Fortbestand von Etwas zu leisten, das wichtig ist, lebenswichtig. Der Glaube an Jesus Christus ist für viele von uns etwas Lebenswichtiges und wir möchten, dass dieser Glaube weitergetragen wird, dass die Botschaft des Evangeliums auch weiterhin gehört, bedacht und gelebt wird. Und wir sind aufgefordert in eine Zukunft zu planen und zu gestalten, die noch sehr dunkel und undeutlich und – wenn wir ehrlich sind – ein wenig Angst machend vor uns liegt. „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: … eine Zeit zum Pflanzen, und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen“ heißt es im 3. Kapitel des Buches Kohelet. Unsere Zeit als Christen ist nicht (mehr) die Zeit der Ernte, sondern die Zeit der Saat und des Pflanzens. Sie ist wie vieles im Leben: anstrengend und schön zugleich. Wir leben in Umbruchzeiten und beklagen uns. Aber auch Umbrüche haben ihre Zeit und vielleicht beginnen wir (einfach) damit, sie als Herausforderung zu betrachten und unseren Wald für die Zukunft zu pflanzen.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Sommerzeit,

Ihre Anne Frank

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