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„Eine Liebe, die sich gewaschen hat!“

Gemeindereferentin
Anne Frank

Mit diesem Satz starten zur Zeit Kinder und Eltern in unserem Pastoralen Raum in die Erstkommunionvorbereitung. Die ersten Seelsorgestunden in den Grundschulen sind gehalten, an Elternabenden wurden die Erwachsenen mit Informationen und Terminplänen „beglückt“ und die Tischmütter und-väter haben ihre ersten beiden Gruppenstunden vorbereitet – immer begleitet von diesem Satz mit der „Liebe“ und dem „Waschen“. Was steckt dahinter?

Es ist die Erzählung aus dem Johannesevangelium, Kapitel 13, Verse 1-15, in welcher Jesus seinen Jüngern nach dem Mahl die Füße wäscht. Eine Aufgabe, die nicht zu den seinen zählt; eine Arbeit, die eigentlich von Dienern ausgeführt werden sollte. Er, der Lehrer, den seine Jünger Meister nennen, von dem sie glauben, dass er der Messias sei, tut eine solch niedrige Arbeit. Das ruft Erstaunen hervor, Verwunderung und Unverständnis. „Du, Herr, willst mir die Füße waschen?“ fragt Petrus Jesus und „Niemals sollst du mir die Füße waschen!“ fügt er kurz darauf hinzu. Doch Jesus macht unbeirrt weiter: “Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.“ Als er seine Arbeit beendet hat, fügt er noch hinzu: „Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“

Diesem Beispiel und Auftrag Jesu wollen wir gerne in der Kommunionvorbereitung folgen. Ein schönes Thema, welches uns das Bonifatiuswerk für die kommende Zeit an die Hand gegeben hat. Aber „Achtung“ liebe Erwachsene, allzu gern geben wir die Aufträge Jesu und die Aufforderungen Gottes in der Bibel an unsere Kinder ab. Die „müssen ja schließlich noch etwas lernen“ und sollen im Frühjahr des nächsten Jahres „würdig sein“, die Kommunion zu empfangen. Dabei birgt eine Kommunionvorbereitung immer auch eine Chance für die gesamte Familie, für die ganze Gemeinde, sich wieder auf den Weg der Nachfolge Jesu zu begeben. Welche Gedanken kommen uns denn, wenn wir von einer Liebe hören, die sich „gewaschen hat“? Sind wir noch mit Jesus auf dem Weg oder spielt er in unserem Leben außerhalb von Kirche keine Rolle? Ist mein Leben gerade so dunkel, dass ich Gott dort nicht mehr finden kann? Wollen wir wirklich so handeln, wie Jesus zu seiner Zeit an den Menschen handelte – unkonventionell, manchmal radikal, aber gleichzeitig liebevoll und achtsam? Mich selber zurücknehmen zum Wohle des anderen? Einander wirklich dienen, füreinander da sein, einander achten, gern haben, lieben? Und das alles in unserem wirklichen, echten Leben hier: In unserem Zuhause, bei der Arbeit, in der Freizeit, beim nächsten Familienzusammentreffen, in der Schule, beim Elternabend oder einem sonstigen Zusammentreffen mit unseren Mitmenschen. Welch' eine Herausforderung! Geben wir sie nicht einfach leichtfertig ab an unsere Kommunionkinder und ihre Familien. Trauen wir uns doch, sie auch für uns anzunehmen und schauen gemeinsam mit den kleinen und den großen Mitmenschen, wohin uns diese Auseinandersetzung führen wird.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Woche mit mindestens „Eine(r) Liebe, die sich gewaschen hat!“

Ihre Anne Frank

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