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Pfarrnachrichten:

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Eine Schatztruhe:
Die Morgenpredigten von Papst Franziskus (I)

Diakon Guido Schütte

Die spontane und offene Art unseres amtierenden Papstes überrascht und fasziniert die Menschen seit seiner Proklamation. Bekanntlich zog er nach seiner Wahl nicht etwa in den Apostolischen Palast um, sondern behielt seinen Wohnsitz im Gästehaus Santa Marta bei, in dessen Kapelle er jeden Morgen mit wechselnden Gästen die Frühmesse feiert. Die Predigten dieser Frühmesse werden in loser Folge auf der Internetseite von Radio Vatikan (de.radiovaticana.va/index.asp) und zum Teil auch im L'Osservatore Romano veröffentlicht. Seit Beginn der Veröffentlichung sammle ich diese Texte, die das christliche Leben bei den Hörnern packen und zum Nachdenken einladen. Einige Gedanken daraus stelle ich Ihnen in diesen und den kommenden Pfarrnachrichten vor.

Ein zentrales Thema des Papstes ist das klare, offene und frohe Bekenntnis zum Glauben an Jesus Christus. „Das an andere weiterzugeben, verlangt Mut von uns: manches Mal einen einfachen Mut. Mir fällt dazu eine private Erinnerung ein: Jeden Karfreitag nahm uns meine Großmutter zur Lichterprozession mit, und am Schluss ließ sie uns Kinder vor der Statue des toten Christus niederknien und sagte uns: Schaut ihn an, er ist tot, aber morgen wird er auferstehen! So kam der Glaube an den toten und auferstandenen Christus zu uns. In der Kirchengeschichte haben viele, viele versucht, diese starke Gewissheit etwas zu vernebeln, indem sie von einer spirituellen Auferstehung sprechen. Nein, Christus lebt!“ (3. Mai 2013)

„Christen sind Menschen der Freude“. Diese Freude der Christen müsse man aber verstehen können, so der Papst. „Was ist das, diese Freude? Ist es Fröhlichkeit? Nein: Das ist nicht dasselbe. Fröhlich und heiter sein ist gut, aber Freude ist eine andere Sache, sie ist mehr. Sie ist nicht stimmungsabhängig, sie entspringt nicht aus dem Moment, sondern sie geht viel tiefer. Wenn wir Fröhlichkeit immer ausleben wollen, wird sie am Ende zu einer Leichtigkeit und Oberflächlichkeit; außerdem bringt sie einen Zustand mit sich, wo es an christlicher Weisheit fehlt, sie macht uns ein wenig dumm und einfältig. Freude ist eine andere Sache. Freude ist ein Geschenk des Herrn, sie erfüllt uns von innen her. Es ist wie eine Einheit mit dem Heiligen Geist.“ Ein freudiger Mensch sei ein sicherer Mensch, so der Papst, er sei sicher, dass Jesus immer bei uns ist.

Bild: Jeffrey Bruno, CC-by-SA 2.0

Wie aber mit der Freude umgehen? Man könne sie ja schlecht haltbar machen und herumtragen. „Nein, denn wenn wir diese Freude nur für uns selbst haben wollen, macht sie das Herz krank und wird ein wenig zerknittert. Unser Gesicht strahlt dann nicht diese Freude aus, sondern eine Nostalgie, eine Melancholie, die nicht gesund ist. Manchmal haben diese melancholischen Christen ein Gesicht wie Chilischoten in Essig, anstatt sich zu freuen und ein gutes Leben zu haben. Die Freude darf niemals fest werden, sie muss weitergehen. Die Freude ist eine pilgernde Tugend. Sie ist ein Geschenk, das sich bewegt, das auf dem Weg des Lebens geht, mit Jesus geht.“

Christen möchten diese Freude weitergeben, weil sie erfüllt von ihr seien – die Freude dränge sie, so der Papst weiter: „Der Christ ist großherzig, er darf kein Angsthase sein. Es ist genau diese Großherzigkeit, die uns den Atem gibt, die uns die Kraft des Vorwärtsgehens gibt, erfüllt mit Heiligem Geist. Sie ist eine Gnade, die wir vom Herrn erbitten müssen, diese Freude. Bitten wir den Herrn um diese Gnade, dieses Geschenk des Heiligen Geistes: Die christliche Freude, weit weg von der Traurigkeit, weit weg von der einfachen Fröhlichkeit, sie ist etwas anderes. Sie ist eine zu erbittende Gnade.“ (10. Mai 2013)

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Diakon Guido Schütte

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