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Eine Schatztruhe:
Die Morgenpredigten von Papst Franziskus (II)

Diakon Guido Schütte

Die spontane und offene Art unseres amtierenden Papstes überrascht und fasziniert die Menschen seit seiner Proklamation. Seine Predigten in der Frühmesse in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta packen das christliche Leben bei den Hörnern und laden zum Nachdenken ein. In dieser Woche setze ich die Vorstellung seiner Predigtgedanken fort.

Ein immer wiederkehrendes Anliegen des Papstes ist die Pflege des Gebetes. Es sei eine Herausforderung, dass Jesus gesagt habe: Was immer ihr in meinem Namen erbitten werdet, werde ich euch geben. Die Bibel zeige, wie Abraham und Mose mit dem Herrn zugunsten anderer regelrecht „verhandelt“ hätten. Diesen Mut brauche es heute auch: „Wenn die Kirche den Mut verliert, kommt eine Atmosphäre der Lauheit in sie hinein. Die lauen, die mutlosen Christen tun der Kirche nicht gut. So kommt es zu Problemen zwischen uns, wir verlieren die Horizonte, wir verlieren den Mut, zum Himmel zu beten oder das Evangelium zu verkünden... Aber all das tut der Kirche nicht gut, die Kirche muss mutig sein! Wir alle müssen im Gebet mutig sein und Jesus herausfordern!“

Ein Gebet, das mit Mut, Demut und Inbrunst gehalten wird, kann Wunder bewirken. Das Tagesevangelium (20. Mai 2013) sprach davon, dass es den Jüngern nicht gelingt, einen Jungen zu heilen; Jesus selbst muss die Heilung vornehmen und bemängelt den fehlenden Glauben der Anwesenden. Papst Franziskus gab zu bedenken, dass auch, wer Jesus anhängt, manches Mal nicht genug in seinem Glauben riskiere und sich dem Herrn nicht vollständig anvertraue: „Doch warum diese Ungläubigkeit? Ich glaube, dass es tatsächlich das Herz ist, dass sich nicht öffnet, das verschlossene Herz, das alles unter Kontrolle behalten will.“

Bild: Jeffrey Bruno, CC-by-SA 2.0

„Wir alle“, so unterstrich der Papst, „haben ein Stück Unglauben in uns“. Ein „starkes Gebet“ sei nötig, „und dieses demütige und starke Gebet macht es möglich, dass Jesus ein Wunder vollbringen kann.“ In diesem Zusammenhang erzählte der Papst eine Begebenheit aus Argentinien: ein 7-jähriges Mädchen sei krank geworden, die Ärzte hätten ihr nur noch wenige Stunden zu leben gegeben. Der Vater sei aus Verzweiflung geradezu verrückt geworden, in einen Bus gesprungen und in das 70 Kilometer entfernte Heiligtum von Lujan gefahren. „Er ist nach 9 Uhr abends angekommen, als alles geschlossen war. Und er hat begonnen, mit den Händen um das Gitter geschlungen zur Madonna zu beten. Er betete, betete, weinte, und betete… Die ganze Nacht lang. Aber dieser Mann kämpfte: Er kämpfte mit Gott, er kämpfte wirklich mit Gott um die Heilung seines Mädchens. Und als er dann am nächsten Morgen ins Krankenhaus zurückkam, hat er die weinende Frau vorgefunden. Und er hat das Schlimmste befürchtet. Und seine Frau sagte ihm: ,Die Ärzte sind gekommen und haben mir gesagt, dass das Fieber weg ist und sie gut atmet, dass sie gar nichts hat! Ich verstehe nicht, was passiert ist!´ So etwas passiert immer noch! Wunder gibt es noch!“

Aber für ein Wunder sei es nötig, mit dem Herzen zu beten. Die „Höflichkeitsgebete“, ein Ave Maria oder Pater Noster, nach dem man wieder zur Tagesordnung übergehe, seien nicht genug, mahnte der Papst: „Ich glaube, dass wir ein schönes Gebet sprechen können… und dem Herrn heute, den ganzen Tag lang, sagen können: „Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben´… und wenn sie uns bitten, für die vielen Menschen zu beten, die in den Kriegen leiden, alle Flüchtlinge, all diese Dramen die sich momentan abspielen, zu beten, aber mit dem Herzen zum Herrn: ,Mach das!´, ihm aber auch sagen: ,Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben´, was ich selbst auch bete. Lasst uns das alle tun, heute.“

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
Diakon Guido Schütte

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