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Eine neue Übersetzung

Pastor Peter Lauschus

Vielleicht finden Sie dieses Jahr nicht nur etwas Süßes in Ihrem Nikolausstiefel; es könnte auch eine Bibel dazwischen sein, denn mit dem Nikolaustag geht die neue Bibelübersetzung in den Handel. Nach vielen Jahren der Arbeit ist sie nun endlich fertig geworden, von allen zuständigen Stellen genehmigt und kann somit eingesetzt werden.

Sie ist keine völlig neue Übertragung und sie können ihre alte Bibel auch weiterhin benutzen, nur wird der neue Text in Zukunft den biblischen Lesungen in den Gottesdiensten zugrunde liegen. Die Veränderungen sind oft stilistisch: In der bisherigen Übersetzung reagieren die Menschen immer wieder mit „Betroffenheit“ auf das Geschehen, das wird jetzt differenzierter dargestellt. Ein weiterer Punkt ist, dass in Zukunft auch die Schwestern angesprochen werden, wie es ja vielfach schon in den Gottesdiensten üblich ist. Einige Kritiker wollen darin ein Einknicken vor dem Zeitgeist sehen, aber auch wenn im Urtext nur Brüder genannt sind, wurden die Frauen immer mitgemeint. Und wie heute keiner einen Vortrag mit „Sehr geehrte Herren!“ beginnen würde, wenn ein gemischtes Publikum vor ihm sitzt, so ist es nur natürlich sich an diesen Gewohnheit auch in den biblischen Texten zu halten. Wer wirklich wissen will, was „Einknicken vor dem Zeitgeist“ ist, soll einfach einmal einen Blick in die „Bibel in gerechter Sprache“, die vor einigen Jahren herausgekommen ist, werfen, dann wird er sehen, was alles möglich ist (auch wenn es nicht wünschenswert ist).

Ebenfalls sehen einige die Lehre der Jungfräulichkeit Mariens gefährdet, weil in der berühmten Jesaja Stelle (7,14) in Zukunft: „Siehe die Jungfrau hat empfangen“ und nicht mehr „Die Jungfrau wird empfangen.“ steht. Aber diese Übersetzung trifft den Urtext besser.

Auch eine schon in Fachkreisen lang bekannt Tatsache wird korrigiert. Der Apostel Paulus grüßt am Ende des Römerbriefes nicht mehr den Apostel Junius, sondern Junia und ihren Mann Andronikus als Apostel. Deswegen wird sicher nicht eine neue Debatte über das Priestertum der Frau notwendig werden, aber auch hier gilt: Die Forschungen haben ergeben, dass „Junia“ die ursprüngliche Form ist.

Eine druckgrafische Sache gefällt mir persönlich besonders gut: Der Gottesname JHWH (Jahwe) wird aus Respekt vor einer uralten jüdisch-christlichen Tradition nicht mehr ausgedruckt. An seiner Stelle tritt „HERR“ in Großbuchstaben. So kann man erkennen, an welcher Stelle der Gottesname im Urtext steht, dieser bleibt aber vor Verunehrung bewahrt.

Noch einige weitere Veränderungen haben stattgefunden und es wird sicher interessant, festzustellen, was anders geworden ist.

Eine Veränderung, die von einigen abgelehnt wird, ist, dass das Wort „Wunder“ durch das Wort „Machttaten“ ersetzt worden ist. Warum das sinnvoll ist, möchte ich nächste Woche darlegen.

Mfg Peter Lauschus, Vikar

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