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Endlich Urlaub!

Diakon Guido Schütte

Wenn man der Statistik glauben darf, ist kaum ein Volk in der Welt urlaubsverrückter als die Deutschen. Auch in diesem Jahr will mehr als die Hälfte der Bundesbürger verreisen. Zugleich nehmen sie sich für diese Reisen überraschend wenig Zeit: Ein bis zwei Wochen werden die meisten unterwegs sein, dabei liegt die zeitliche Untergrenze für einen erholsamen Urlaub nach Ansicht vieler Experten bei 14 Tagen. Demnach müssten die Deutschen ihren Reise-Weltmeistertitel eigentlich an die Niederländer abgeben, die sich erheblich längere Urlaubszeiten gönnen.

Auch in unserem Pastoralverbund wird es in diesen Tagen und Wochen leerer; auf unserer Internetseite schrumpft der Terminkalender auf wenige Einträge zusammen, viele der Daheimgebliebenen schalten einen Gang zurück und versuchen, das Alltägliche gelegentlich durch etwas Besonderes zu unterbrechen.

So soll es sein. Denn von Zeit zu Zeit ist es einfach notwendig, Abstand zum Einerlei zu bekommen, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen, einen Ortswechsel vorzunehmen, um dadurch wieder eine belastbare, klare Sicht auf das Tagesgeschehen zu finden.

Dies erreichen nicht nur Urlaubsreisen. Ein Sonntagsgottesdienst will genau das Gleiche erreichen! Ganz bewusst geht es heraus aus dem Alltagstrott und hinein in den nicht alltäglichen Kirchenraum, um in der Feierlichkeit der Liturgie Leib und Seele freizumachen und die Sinne zu schärfen für die Begegnung mit Gott.

Ich möchte nicht behaupten, dass ein sonntäglicher Kirchgang so erholsam ist wie eine mehrwöchige Fernreise. Aber er bietet uns Gelegenheit, den Gemütsakku mit gesunder Zuversicht aufzuladen und die Seele in heilsamer Weise für die kommende Woche zu rüsten. Schade, dass immer weniger Kirchenangehörige in den westlichen Industrieländern dieses – göttliche! – Angebot wahrnehmen. Denn ein solcher Kurzurlaub ist auf jeden Fall besser als gar kein Urlaub!

Versuchen Sie doch einmal, Kirche und Urlaub ineinander greifen zu lassen. Wir Christen versammeln uns ja als „wanderndes Volk“ hinter einem Gott, der das eine mit dem anderen trefflich zu verbinden weiß. Was liegt also näher, als sich am Urlaubsort nach der dortigen Pfarrgemeinde umzuschauen, mit den Menschen und ihrem Leben in Kontakt zu kommen und sein Reiseziel in einer ganz neuen Qualität kennen zu lernen?

In diesem Sinne möchte ich jener Mehrheit unter Ihnen, die in diesen Tagen und Wochen die Koffer packen wird, den folgenden tiefsinnigen Reisesegen zusprechen. Er entstammt dem Buch Tobit, genauer den Belehrungen, die Tobit seinem Sohn Tobias vor der Abreise zu Gabaël mit auf den (Lebens-) Weg gibt:

Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu! Gib dem Hungrigen von deinem Brot und dem Nackten von deinen Kleidern! Such nur bei Verständigen Rat; einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht! Preise Gott, den Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, dass dein Weg geradeaus führt und dass alles, was du tust und planst, ein gutes Ende nimmt. (Tob 4,15a.16.18-19)

Eine gesegnete Ferienzeit wünscht Ihnen

Diakon Guido Schütte

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