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Entdecken Sie Ihren Teufel ...

Gemeindereferent
Daniel Feldmann

Dieser Teufel ist ganz schön hinterlistig und hartnäckig. Wir hören im Evangelium von diesem Sonntag, wie Jesus sich mit ihm herumschlagen muss. Er ist in der Wüste, um zu Fasten. Da kommt dieses fiese Wesen zu ihm.

Wenn wir uns den Teufel vorstellen, dann ist das einer mit bösem Blick, er schaut bedrohlich. Und dann hat er so eine aggressive rote Haut. Vielleicht kennt ihn der ein oder andere auch noch mit Pferdefuß oder ganz bestimmt mit Hörnern. Der kann einem schon Angst einjagen...

Er scheint aber doch irgendwie anders daher zu kommen. Er macht eigentlich ganz vernünftige Vorschläge.
Jesus hat Hunger – natürlich, nach 40 Tagen in der Wüste kann man sich vorstellen, dass man großen Hunger hat, die Vorräte dürften zur Neige gegangen sein. Als Sohn Gottes könnte er aus Steinen Brot machen. Wenn er es nicht kann - wer dann…?

Und wenn der Teufel schon einmal da ist, bringt er noch weitere Gedanken mit: Warum sollte sich Jesus an irdische Gesetzmäßigkeiten halten? Sein Vater würde sicher auf ihn aufpassen. Jede Mutter und jeder Vater achtet doch auf sein Kind. Und Gott hat halt noch ein paar Möglichkeiten mehr als „normale“ Eltern; er kann auch dafür sorgen, dass ihm nichts passiert, wenn Jesus sich von einer Klippe stürzt.

Mich erinnert das an den Traum vom Fliegen; die Schönheit der Welt von oben sehen können, schnell von A nach B reisen, und nicht zuletzt bringt einem das Fliegen doch bestimmt das ultimative Gefühl von Freiheit… Aber damit nicht genug: Der Teufel packt Jesus zuletzt bei einem Punkt, der ihm besonders wichtig ist: Er kann die Welt zu einem besseren Ort machen. Wenn er nur wollte, könnte er Herrscher über das ganze Reich und alles darüber hinaus sein. …Es könnte so einfach sein…

  • Warum es sich also nicht leicht machen…?
  • Warum nicht anderen die Sorgen überlassen?
  • Warum nicht dem ersten Impuls nachgehen?

Das sind Gedanken, die hat nicht nur Jesus in der Wüste kennengelernt. Es sind Gedanken, die wir alle kennen. Gedanken für die wir nicht mal ein Gegenüber in Form eines fürchterlich aussehenden Teufels brauchen; sie kommen von ganz allein.


Die Bibel malt uns mit ihren Geschichten Bilder. Und der Teufel ist das Bild vom Schlechten in uns selbst – in jedem Menschen – auch in Jesus.


Natürlich geben wir uns nicht jeder Versuchung hin! Aber ich jedenfalls erwische mich immer wieder bei vermeintlichen Kleinigkeiten, für die ich auch gleich eine gute Entschuldigung parat habe.


Das Handy zum Beispiel: Es ist super praktisch, ich bleibe mit Freunden und Bekannten in Verbindung und ich brauche es sogar zum Arbeiten. Ich kann also gar nicht darauf verzichten. Und wenn ich eine kurze Pause mache, kann ich es doch auch für mein Vergnügen nutzen. Soweit die Theorie. Praktisch sieht es aber leider viel zu oft so aus, dass ich nicht nur Neuigkeiten ansehe um mich zu unterhalten und gleichzeitig zu informieren. – Das würde für eine kurze Pause ja reichen.– Sondern mich irgendwann beim Ansehen des achten Katzenvideos wiederfinde und ich mich frage, wo die letzten sechzig Minuten hin verschwunden sind.


Aus der vernünftigen Idee, sich eine Auszeit zu gönnen, sich mal kurz mit anderen Dingen zu beschäftigen, ist nichts geworden. Es ist ausgeufert, ich bin der Versuchung erlegen, mich vom Handy fesseln zu lassen. Solche Versuchungen begegnen uns immer wieder:


Die Lust, die uns im Geschäft oder auf dem Sofa nach Schokolade überkommt. Ein Stückchen schadet ja nicht. … und noch eins … und noch eins …


Oder finden wir nicht immer einen Grund heute nicht zum Sport zu gehen…?


Die Fastenzeit will uns nicht unserem Vergnügen berauben. Sie lädt uns ein, darauf zu achten, dass es nicht ausufert. Nicht beim Handy, nicht bei der Schokolade und nicht bei den Ausreden.


Jesus durchschaut seinen Teufel. Er erkennt vorher, dass er sich nicht den oberflächlichen Dingen hingibt, die ihn vom wirklich Wichtigen und Richtigen abhalten.


Und das wünsche ich auch Ihnen für die Fastenzeit: Trainieren Sie sich darin, Ihre persönlichen Teufel frühzeitig zu entdecken.

Daniel Feldmann

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