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Erinnerung

Diakon Manfred Lohmann

Am Sonntag feiern wir in Reelsen das Schützenfest. Ein fester Bestandteil des Festes ist das Gedenken der Weltkriegstoten.

Wenn wir dann, am Ehrenmal, des Dorfes zusammenkommen, dann leisten wir einen wichtigen Beitrag dafür, dass diese Erinnerung wachgehalten wird, einen Beitrag, der notwendig ist, äußerst notwendig.

Die Menschen, die die Schrecken der Kriege erlebt haben, sie werden nämlich weniger. Die Verantwortung in unserer Gesellschaft ruht immer mehr auf den Schultern derer, die über Wohlstand und Frieden schon gar nicht mehr hin ausdenken können, die nie etwas anderes erlebt haben.

Und das ist gefährlich. Denn es ist gefährlich, wenn die Erinnerung und die Vorstellung davon, was Menschen Schreckliches zu leisten in der Lage sind, wenn der Blick dafür dem Streben nach persönlichem Vorteil weicht. Wenn das Schielen nach Wachstum, nach persönlichem Profit, das Fragen danach, was eine Sache mir denn bringt, wenn all dies, die Prinzipien von Solidarität und den Blick auf das Gemeinwohl in den Hintergrund drängen.

Ich habe Angst davor, Angst vor den Anzeichen, die sich bereits heute in unserer Gesellschaft abzeichnen. Auch hier in unseren Orten, werden die Werte, die unsere Gesellschaft in den letzten 60 Jahren zu dem machten, was sie heute ist, langsam verdrängt, wird der Geist, der die Gesellschaft der Nachkriegsjahre, vor den falschen Schritten bewahrte, vom alleinigen Blick auf Kommerz und Umsatz immer mehr in den Hintergrund gedrängt.

Schon die Begeisterung, die allerorten den verkaufsoffenen Sonntagen etwa entgegengebracht wird, ist für mich ein Zeichen dafür, wie allein ein Pfeiler dieser gesellschaftlichen Kultur immer mehr erstirbt.

Wenn uns die Leiden, die die Menschen vor einem halben Jahrhundert durchgemacht haben, auch nur etwas sagen möchten, dann ganz gewiss, dass wir behutsam und mit äußerster Sorgfalt mit dem Gut einer Gesellschaft des allgemeinen Wohlstands, der sozialen Sicherheit und vor allem des Friedens umzugehen haben.

Das, was wir hier alltäglich erleben, das ist ein Gut, das auf tönernen Füßen steht. Die ältere Generation hat es erlebt. Sie weiß uns davon zu berichten, was es bedeutet, wenn es anders ist. Und die Toten der Bombennächte, die Toten der Konzentrationslager, und die unzähligen Toten auf den Schlachtfeldern der Weltkriege sie mahnen uns, sie mahnen uns, alles erdenkliche dafür zu tun, das sensible Gleichgewicht, das unser friedliches Zusammenleben ermöglicht, unter keinen Umständen zu gefährden.

Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung.

Und damit möchte ich hier auch schließen, mit dem Gebet für die Toten der Weltkriege und für unsere Stadt Bad Driburg. So lade ich sie ein ein Vater unser für die Toten der Kriege und für unsere Stadt zu beten.

Manfred Lohmann
Diakon

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