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Es war einmal

Gemeindereferentin
Bilinda Jungblut

kann ich bald sagen, denn am 31. August 2012 endet meine Berufstätigkeit als Gemeindereferentin im Erzbistum Paderborn nach 36 Jahren. In diesen
letzten Tagen kommt mir manches in den Sinn, und ich erinnere mich gern daran.

Als ich am 1. September 1976 in Bad Driburg anfing, war meine Einsatzgemeinde „Zum verklärten Christus“ - damals noch Pfarrvikarie - erst knapp acht Jahre alt.

Das Feuer der Begeisterung der ersten Stunde und der Stolz und die Freude darüber, hier in der Südstadt etwas Neues zu beginnen, waren sehr deutlich zu spüren. Manches hatte schon klare Konturen gewonnen. Schwerpunkte bildeten die Arbeit der Pfarrhilfe, der Frauengemeinschaft und des Familienliturgiekreises. Andere pastorale Bereiche waren im Aufbau, wie z.B. Jugendarbeit, Partnerschaft mit Menschen in der Dritten Welt, Ökumene….

Das Pfarrheim stand noch im Rohbau. Im Januar 77 wurde es innerhalb einer ganzen Festwoche eingeweiht und durch vielfältigste Veranstaltungen von der Gemeinde in Besitz genommen. Mit Kirche, Kindergarten und Pfarrhaus bildete es jetzt das Pfarrzentrum in der Südstadt.

Überall - bei jung und alt - traf ich in der Gemeinde auf Menschen, denen es um die „Sache Jesu“ ging, die ihrem Glauben eine zeitgemäße Gestalt geben wollten und die nicht darauf warteten, dass seitens der Hauptamtlichen etwas passierte, sondern engagiert, kreativ und kompetent das Leben in der Gemeine in die Hand nahmen und es gestalteten. Der Geist des Konzils war noch intensiv wahrzunehmen und das Apostolat der Laien gelebte Realität. In der gesamten Gemeinde herrschte eine tolle Atmosphäre der Offenheit, der Freude, des Verbunden-Seins untereinander und mit dem Glauben an den lebendigen Gott.

In einer solch jungen, blühenden, spritzigen Gemeinde mit Ausstrahlung meine Berufstätigkeit beginnen zu dürfen, hat mir manches erleichtert und erfüllt mich mit großem Dank. Ich konnte eine Menge positiver Lehrerfahrungen machen. Mit Phantasie und Mut wagten wir gemeinsam Neues, probierten vieles aus - und eigentlich war fast alles möglich.

Neben den christlichen Hochfesten bildete das Pfarrfest jedes Jahr den Höhepunkt im Gemeindeleben. Da traf sich wirklich die ganze Gemeinde und feierte miteinander.

Mit den Jahren veränderte sich gesellschaftlich, aber auch kirchlich einiges. Die Bevölkerung in der Südstadt breitete sich aus. Weitere Baugebiete wurden erschlossen. Andere Kulturen und Religionen kamen hinzu. Neue Verhaltensformen bürgerten sich ein. 1981 wurde die Pfarrvikarie zur Pfarrei erhoben.

In der Gemeinde ließ die Begeisterung und Freude Mitte der 1990zigerJahre - wie in vielen anderen Gemeinden - allmählich nach. Die Kirche wurde leerer. Der christliche Glaube verlor im Leben der Menschen offensichtlich an Bedeutung. Dieser Prozess scheint auch heute noch nicht abgeschlossen zu sein.

Hinzu kam die Strukturveränderung in unserem Bistum. 2001 und 2003 entstanden zunächst die kleinen Pastoralverbünde und seit 2009 gehört die gesamte Stadt zum „Pastoralen Raum Pastoralverbund Bad Driburg“; für viele Menschen sicherlich auch heute noch gewöhnungsbedürftig. Obwohl, der große pastorale Raum bietet auch nicht zu unterschätzende Vorteile. Was in einer kleinen Gemeinde nicht möglich ist, kann jetzt Wirklichkeit werden.

Meine Arbeitsbereiche und Einsatzorte veränderten sich auch mit der Zeit immer wieder. Statt zunächst nur für eine Gemeinde zuständig zu sein, nahm in den letzten Jahren der Pastoralverbund mehr Raum ein. Außerdem kamen Bistumsaufgaben hinzu.

Rückblickend kann ich sagen: Meine Berufstätigkeit war eine sehr vielfältige, bunte, inspirierende, spannende, manchmal auch spannungsreiche Zeit. Überwiegend habe ich viel Offenheit, Experimentierfreude, Engagement und Wertschätzung erfahren. In all den 36 Jahren begegneten mir immer wieder Menschen, die ihre Taufberufung leben, denen der Glaube an Jesus Christus und das Gemeindeleben wichtig ist, die ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Begeisterung einsetzen, um Gottes Gegenwart unter uns erfahrbar werden zu lassen. Mit ihnen Jesu Botschaft zu bedenken, zu feiern und in die Tat umzusetzen, mit ihnen am Reich Gottes hier vor Ort zu arbeiten, zu planen, etwas zu wagen und durchzuführen, hat mir große Freude gemacht, gab meinem Leben Sinn und hat mich sehr bereichert. Herzlichen Dank dafür.

Meine Berufstätigkeit endet am 31. August, meine Berufung nicht. Deshalb scheuen Sie sich nicht, mich anzusprechen, wenn Sie Hilfe brauchen. Wenn Sie z.B. krank oder alt sind und dadurch Ihren Einkauf oder eine Behördenangelegenheit nicht mehr bewältigen können, sich über einen Besuch freuen oder einfach mal reden wollen, oder, oder… melden Sie sich bitte.

In diesem Sinne sage ich „Auf Wiedersehen!“

Ihre / Eure
Bilinda Jungblut

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