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Euthanasie?

Pastor Peter Lauschus

Seit einigen Jahren ist in einigen Ländern Europas „Euthanasie“ möglich. Das bedeutet, das aktiv Sterbehilfe geleistet werden darf. Begründet wird dies mit dem Leid von unheilbar Kranken. Wenn keine Besserung, geschweige den Heilung möglich ist, soll es möglich sein, Menschen beim Sterben zu helfen. Auch sei es eine Frage der Würde und der Freiheit des Menschen, frei auch über den eigenen Tod bestimmen zu können. Das klingt sehr menschlich und barmherzig.

Aber es gibt da doch einiges zu bedenken: Wird wirklich „das Leid“ beendet? Das Leid der Hinterbliebenen nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen, die das Leben eines anderen Menschen beendet haben, das einfach so „wegstecken“. Irgendwer muss dies entscheiden und meistens ist das dann jemand der dem Sterbenden nahestand. Staatlichen Instanzen möchte ich diese Entscheidung auf keinen Fall in die Hände legen. Das Personal (Ärzte , Krankenschwestern, Pfleger), das dies vollziehen musste, es ist doch eigentlich angetreten um Menschen zu heilen, muss nun aber Leben beenden. Kann diese Diskrepanz einfach so ertragen werden? In den Niederlanden, dem Land mit dem liberalsten Euthanasiegesetz, müssen mobile Teams für diesen „Dienst“ eingesetzt werden, da viele Ärzte sich mittlerweile weigern diese Aufgabe zu übernehmen. Hier wird nicht nur Leid beendet, sondern auch Leid geschaffen.

Dazu kommt noch, dass die Ausweitung der Euthanasie mit ziemlicher Sicherheit auch zu einer Einschränkung im Bereich der Palliativ-Medizin führen wird. Hierbei geht es um die Versorgung und von Sterbenskranken und um eine Schmerztherapie, die Leid nicht beendet, aber erträglich macht. Da ja in allen Bereich wirtschaftlich gedacht wird, wird hier wahrscheinlich ein entweder-oder entstehen: Entweder Schmerztherapie oder Euthanasie. Und am Ende wird die freie Entscheidung für oder gegen Euthanasie zu einem „muss“, weil keine adäquate Hilfe angeboten wird.

Der Slogan der Hospizbewegung: „Menschen sollen an der Hand von Menschen sterben, nicht durch die Hand von Menschen!“ erscheint mir da wesentlich menschlicher und barmherziger.

Selbst wenn es das Gebot „Du sollst nicht töten!“ nicht gäbe, spricht in meinen Augen nichts für Euthanasie, aber viel für eine Sterbebegleitung, die den Sterbenden die Hand reicht und auch die Hinterbliebenen begleitet, so dass es sich wirklich um einen „Guten Tod“ handelt.

Mit freundlichen Grüßen Peter Lauschus, Vikar

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