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Evangelii Gaudium II

Pater Norbert Wientzek

Das apostolische Schreiben „Evangelii Gaudium“ möchte zu einer „neuen Etappe der Evangelisierung einladen“. Papst Franziskus lädt jeden Christen ein, „noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern oder zumindest den Entschluss zu fassen, ihn jeden Tag ohne Unterlass zu suchen“.
Der Papst sieht weiterhin eine wichtige Rolle für die Pfarrei. Sie ist keine hinfällige Struktur, sie muss aber fähig sein, sich ständig zu erneuern und anzupassen. Mit den Worten des Papstes ist die „Pfarrei eine kirchliche Präsenz im Territorium, ein Bereich des Hörens des Wortes Gottes, des Wachstums des christlichen Lebens, des Dialogs, der Verkündigung, der großherzigen Nächstenliebe, der Anbetung und der liturgischen Feier. Durch all ihre Aktivitäten ermutigt und formt die Pfarrei ihre Mitglieder, damit sie aktiv Handelnde in der Evangelisierung sind“(28).

Im Rahmen der Neuevangelisierung knüpft Papst Franziskus an einen Vorschlag von Johannes Paul II. an und ist offen für Vorschläge, „eine Form der Primatausübung zu finden, die zwar keineswegs auf das wesentliche ihrer Sendung verzichtet, sich aber einer neuen Situation öffnet“. (32) Das Papsttum und die Strukturen der Universalkirche haben es nötig, dem Aufruf zu einer pastoralen Umkehr zu folgen. Verbunden damit ist eine Dezentralisierung, denn „eine übertriebene Zentralisierung kompliziert das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen“ (32).

Ein wichtiger Aspekt des Schreibens ist auch der Inhalt der Verkündigung. Es wird an die „Hierarchie der Wahrheiten innerhalb der katholischen Lehre“ erinnert, die schon das II. Vatikanische Konzil feststellte. „Alle offenbarten Wahrheiten entspringen aus derselben göttlichen Quelle und werden mit ein und demselben Glauben geglaubt, doch einige davon sind wichtiger, um unmittelbar das Eigentliche des Evangeliums auszudrücken. In diesem grundlegenden Kern ist das, was leuchtet, die Schönheit der heilbringenden Liebe Gottes, die sich im gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus offenbart hat“. (36)

In der moralischen Botschaft der Kirche und in den Tugenden gibt es auch eine Hierarchie.

Hier kommt es darauf an, „den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist. ... Die Werke der Nächstenliebe sind der vollkommenste äußere Ausdruck der inneren Gnade des Geistes“.

Die Verkündigung muss zwei Extremen meiden: Die eine ist, „die Lehren der Kirche zu etwas machen, das leicht verständlich ist und uneingeschränkte Würdigung aller erfährt. Der Glaube behält immer einen Aspekt des Kreuzes… Die andere ist, „den Gläubigen das Leben schwer zu machen und unsere Religion in eine Sklaverei zu verwandeln, während die Barmherzigkeit Gottes wollte, dass sie frei sind“.

Die Kirche muss alle erreichen, doch so, wie das Evangelium berichtet, werden werden die Armen und die Kranken bevorzugt, diejenigen, die häufig verachtet und vergessen werden. Heute und immer gilt: „Die Armen sind die ersten Adressaten des Evangeliums“.(48).

Es ist unmöglich, in diesen 2 Kurzbeiträgen über das Reichtum des Apostolischen Schreibens zu berichten, über all die verschiedenen Bereiche des heutigen Lebens, die evangelisiert werden müssen. Eines aber muss noch gesagt werden: Jede/r ist aufgrund der Taufe berufen zu evangelisieren, alle sind wir missionarische Jünger. „In allen Getauften, vom ersten bis zum letzten, wirkt die heiligende Kraft des Geistes, die zur Evangelisierung drängt. (119)
Jeder Getaufte ist, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und dem Bildungsniveau seines Glaubens, aktiver Träger der Evangelisierung (120). „Die neue Evangelisierung muss ein neues Verständnis der tragenden Rolle eines jeden Getauften einschließen.“ (120)

Es wartet auf uns eine Riesenaufgabe, die Umdenken, Kraft, aber auch viel Geduld erfordert. Nicht zuletzt muss jede/r  für sich die Freude des Evangeliums („Evangelii Gaudium“) entdecken.

Ihr P. Norbert Wientzek SVD

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