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Evangelii Gaudium

Pater Norbert Wientzek

Am Ende des „Jahres des Glaubens“ hat Papst Franziskus das Apostolische Schreiben „Evangelii Gaudium“ veröffentlicht.

Während die Enzyklika „Lumen Fidei“ noch zum großen Teil von Papst Benedikt vorbereitet wurde, kann Evangelii Gaudium („Die Freude des Evangeliums“) als Schreiben des jetzigen Papstes gelten. Dies merkt man beim Lesen des Dokuments, und dies bestätigt indirekt auch Kurienerzbischof Georg Gänswein, der sowohl Präfekt des Päpstlichen Hauses (also von Papst Franziskus) als auch Sekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI. ist.

„Evangelii Gaudium“ ist in 5 Teile gegliedert, dazu kommt noch eine umfangreiche Einleitung. Den Abschluss bildet ein schönes Gebet. Jeder Teil wird noch durch Überschriften und Nummern geordnet (die Nummern werde ich auch als Referenz verwenden).

Die Teile tragen folgende Titel:

I. Die missionarische Umgestaltung der Kirche
II. In der Krise des gemeinschaftlichen Engagement
III. Die Verkündigung des Evangeliums
IV. Die soziale Dimension der Evangelisierung
V. Evangelisierende mit Geist

Es ist natürlich unmöglich, in zwei Kurzbeträgen ausführlich die Themen des Dokuments zu besprechen, aber das Wichtigste kann man schon zusammenfassen:

Es geht um Mission.

Der Papst wünscht sich „einen Zustand permanenter Mission“(25). In diesem Schreiben hat er „die Wahl getroffen, einige Linien vorzuschlagen, die in der gesamten Kirche einer neuen Etappe der Evangelisierung voller Eifer und Dynamik, Mut und Orientierung verleihen können“ (17) Er möchte „auf der Basis der Lehre der dogmatischen Konstitution Lumen Gentium … die folgenden Fragen ausführlich behandeln“:

a) die Reform der Kirche im missionarischen Aufbruch
b) die Versuchungen der in der Seelsorge Tätigen
c) Die Kirche, verstanden als die Gesamtheit des evangelisierenden Gottesvolkes
d) Die Predigt und ihre Vorbereitung
e) Die soziale Eingliederung derArmen
f) Der Friede und der soziale Dialog
g) Die geistlichen Beweggründe für den missionarischen Einsatz.

Es fehlen auch nicht kritische Bemerkungen über die Weltwirtschaft und die Kirche selbst. Eine Überschrift lautet: „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung.“ Dort lesen wir: „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen. Diese Wirtschaft tötet. Es ist unglaublich, dass es kein Aufsehen erregt, wenn ein alter Mann, der gezwungen ist, auf der Straße zu leben erfriert, während eine Baisse um zwei Punkte in der Börse Schlagzeilen macht… Es ist nicht mehr zu tolerieren, dass Nahrungsmittel weggeworfen werden, während es Menschen gibt, die Hunger leiden… Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann… die Ausgeschlossenen sind nicht ‚Ausgebeutete' sondern ‚Müll, Abfall'“ (53)

In der Kirche gibt es unter anderen Defizite, die beschrieben werden als eine „spirituelle Weltlichkeit, die sich hinter dem Anschein der Religiosität und sogar der Liebe zu Kirche verbirgt“ und darin besteht, „anstatt die Ehre des Herrn, die menschliche Ehre und das persönliche Wohlergehen zu suchen ...“ Es handelt sich um eine subtile Art, „den eigenen Vorteil, nicht die Sache Jesu zu suchen“. (93)

Einige Vorschläge des Papstes möchte ich dann im nächsten Beitrag beschreiben.

Mit besten Wünschen im neuen Jahr
Ihr P. Norbert Wientzek SVD

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