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Fastenzeit 2019

Soeben sind die großen Rosenmontagsumzüge zu Ende gegangen. Die vielen Motivwagen, an denen monatelang gewerkelt wurde, werden wieder in die Hallen gebracht, die Figuren teils auseinandergenommen und eingelagert, teils gänzlich zerstört, denn vorbei ist vorbei.
Es gab eine große Anzahl von Eindrücken, die in den vergangenen Tagen auf viele von uns einprasselten: die bunte Kostümvielfalt, kreativ bemalte Gesichter, eine Menge Begegnungen und Gespräche, Musik, Tanz, Schunkeln, Klatschen, politische Statements und nicht zuletzt Berliner, Bier und Bockwurst.
Seit Aschermittwoch ist dies in seiner Fülle nun wieder vorbei und für die Christinnen und Christen beginnt die Fastenzeit. In unserer Gesellschaft eine echte Herausforderung, denn irgendwie scheint sich innerhalb des Jahres eine Aktionszeit an die nächste zu reihen. Erst Silvester, danach Wintergrillen, dann Karneval, danach Angrillen, schließlich Frühlingserwachen mit Ostervorbereitungen für Haus und Garten, Ostershopping, Fitnessprogramm und Frühlingskuren. Hauptsache, es ist nicht „Nichts“.

Fasten bedeutet freiwillig zu verzichten, um möglicherweise Ballast oder das „Zuviel von allem“ loszuwerden und den Blick frei zu bekommen. Wofür? Für das Erwachen des Frühlings, für den Geschmack der Frische und Einfachheit, für die Familie und enge Freundinnen und Freunde, für die Gedanken über all das, was in den letzten zwei Monaten dieses Jahres schon geschehen ist und erlebt wurde, für das Alltägliche. Zeit für ein bisschen „Nichts“.

Fastenzeit ist für uns Christinnen und Christen auch immer wieder Auftrag, uns auf Gott hin auszurichten, uns mit ihm auseinander zu setzten. Ist er von Bedeutung für unser Leben, kommt er in meinem Alltag vor? Was ist eigentlich für mich die „frohe Botschaft Jesu“ von der im Gottesdienst immer gesprochen wird?
„Mensch, wo bist du?“, fragt Gott nach den ersten Menschen im Paradies und so lautet ebenfalls das Motto des neuen Hungertuches, welches seit diesem Sonntag in vielen unserer Kirchen hängt. Eine Frage die anregt, eine aktuelle Positionsbestimmung vorzunehmen. Auch dazu lädt die beginnende Fastenzeit ein.

Nehmen wir uns also, um noch einmal auf den Beginn dieser Ausführungen zurückzukommen, ein Beispiel an den Wagenbauern der Karnevalswagen und trennen wir uns für eine gewisse Zeit mutig von liebgewonnenen Gewohnheiten, um den Blick für etwas Neues oder vielleicht Vergessenes freizubekommen.
Start frei für die Fastenzeit 2019.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Woche,
Ihre Anne Frank

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