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Firmung - das unbekannte Sakrament

Pastor Peter Lauschus

Sind sie bei dieser Überschrift ins Stutzen gekommen? Moment, ich bin doch gefirmt, es ist das Sakrament des Heiligen Geistes, so habe ich es gelernt!

Doch da fangen die Schwierigkeiten schon an, denn schon in der Taufe wird man vom Heilgen Geist erfüllt, also warum noch einmal?

Etwas löst sich das Problem, wenn man betrachtet, wie die Ostkirchen mit diesem Sakrament umgehen und wie es in der römisch-katholischen Kirche am Anfang auch war: Die Firmung wird direkt nach der Taufe gespendet, sie ist die Besiegelung des Taufgeschehens, oder in heutiger Sprache: Sie ist die Unterschrift unter den Vertrag, den Gott mit dem Neugetauften geschlossen hat: "Ich bin immer bei dir, ich bin für dich da." und der Antwort des Neugetauften: "Ich will mit dir leben, mein Leben nach deinen Maßstäben gestalten."

Historisch gesehen ist die Firmung als eigenständiges Sakrament entstanden, weil sie dem Bischof vorbehalten wurde und der einfache Gemeindepriester sie nur noch im Falle des nahen Todes spenden durfte. Da aber bei den meisten Taufen kein Bischof anwesend war, wurde sie getrennt gespendet.

Eigentlich gehört die Firmung auch vor der Erstkommunion, da sie die Taufe abschließt. Aber aus den genannten Gründen kam es zu dieser Verschiebung in der Abfolge, wie wir es heute kennen.

Und da es immer gut ist, aus der Not eine Tugend zu machen, wurde auch diese Änderung in der Praxis der Sakramentenspendung dazu benutzt, eine neue Deutung für die Firmung zu finden, die ihrem Inhalt gerecht wird, aber die neue Situation aufnimmt. Sie wurde zum Sakrament der mündigen Bestätigung der Taufe, die in der Regel ja als Säugling empfangen wurde. Der Getaufe soll feierlich vor der Gemeinde das "Ja", das seine Eltern bei der Taufe gesagt haben, bestätigen und zur Stärkung dieses Entschlusses die Kraft des Heiligen Geistes erneut unter dem Zeichen der Handauflegung und Salbung mit Chrisam zugesprochen bekommen. Er soll als mündiger Christ zu seiner Verantwortung in Kirche und Gesellschaft befähigt werden und diese Aufgabe bewusst und freiwillig übernehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Peter Lauschus, Vikar

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