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FREI !

Pater Thomas Bucher

Beim Wort „frei“ denken wir im Augenblick wohl an die beginnenden Schulferien, an Urlaub, Entspannung und Erholung. Ich möchte heute aber eine wahre Geschichte erzählen, die mich in den vergangen Tagen immer wieder berührt und beschäftigt hat.

Im Sudan ist die sudanesische Christin Meriam Jahia Ibrahim Ishag von einem Gericht zum Tod verurteilt worden. Der Grund für die Todesstrafe: Abfall vom Islam. Meriam ist als orthodoxe Christin aufgewachsen und hat einen amerikanischen Christen geheiratet, aber sie hat einen muslimischen Vater. Dieser hat die Familie zwar früh verlassen, aber nach dem dortigen Gesetz gilt Meriam trotzdem als abgefallene Muslimin. Ihr zweites Kind musste sie im Gefängnis zur Welt bringen. Die Todesstrafe sollte vollstreckt werden, wenn sie ihr Kind im Gefängnis zwei Jahre lang aufgezogen hat. Internationale Proteste gegen das Gerichtsurteil haben jetzt zur Aufhebung des Urteils und zur Freilassung von Meriam geführt, wobei sie und ihre Familie bisher aber noch nicht aus dem Sudan ausreisen dürfen. (nachwww.zenit.org) Was mag das Wort „frei“ für Meriam bedeuten? Was für ihre Familie? Wie viel innere Freiheit hatte sie im Gefängnis, wo sie zu ihrem christlichen Glauben stand und ihm nicht entsagte?

Ich bewundere ihren Mut und ihren Glauben! Und ich wünsche mir selber und uns Christen in Europa ein wenig mehr davon. Einzelschicksale wie dieses geben den über 100 Millionen Christen, die lt. „Kirche in Not“ (www.christenverfolgung.de) weltweit diskriminiert, bedroht und verfolgt werden, ein Gesicht. Und sie zeigen auch, dass das Gebet, das Unterschreiben von Petitionen oder Spenden an Hilfsorganisationen nicht nutzlos sind. Einzelnen Personen zu helfen ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber doch ein wichtiger Tropfen. Es ist ein Zeichen der Solidarität, ein Zeichen dafür sich mit Unrecht nicht abzufinden, ein Zeichen der Hoffnung!

Gott, der die Liebe ist, schenke allen um ihres Glaubens Willen Verfolgten - es sind nicht nur Christen, auch wenn diese zahlenmäßig am meisten verfolgt sind - innere und äußere Freiheit, und den Verfolgern Einsicht in die Falschheit ihres Handelns und Umkehr.

Nutzen wir in Dankbarkeit die Freiheit, die wir haben und setzen wir Zeichen der Solidarität mit verfolgten Menschen.

Herzliche Grüße,
P. Thomas Bucher

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