Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Frieden oder nicht Frieden

Vikar Peter Lauschus

Wenn ich in den letzten Tagen angesprochen wurde, habe ich oft eine kleine Wette mit mir selbst abgesprochen: „Schweinegrippe oder nicht?" Oft ist es auf Schweinegrippe hinausgelaufen.

„Herr Vikar! Jetzt, in der Zeit der Schweinegrippe, kann man da nicht auf diesen Friedensgruß verzichten? Was soll das überhaupt, dass man fremden Menschen in der Kirche die Hand geben muss!" Und oft wurde dann auch noch von unangenehmen Zeitgenossen in der Kirche erzählt, die es unmöglich machen den Friedensgruß auszutauschen. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass in den Kirchen hauptsächlich Menschen ohne gute Kinderstube anzutreffen sind.

Was ich nun geantwortet habe? Erst einmal, dass ich nicht auf den Friedensgruß verzichten möchte. Nicht weil es eine Marotte von mir ist, sondern weil er zum Gottesdienst dazugehört. Jesus sagt in der Bergpredigt: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder oder deine Schwester etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder oder deiner Schwester, dann komm und opfere deine Gabe." (Mt. 5,23+24). Versöhnung gehört zur Kommunion dazu. Wer unversöhnt zum Tisch des Herrn geht, der empfängt die Speise „zum Gericht", so schreibt der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief (11, 26- 29).

Das bedeutet für mich: Wenn am Sonntag die Gemeinde zu ihrem wichtigsten Gottesdienst, aus dem sie lebt (leben sollte), zusammenkommt, dann braucht es ein deutliches Zeichen dieses Friedens und der Gemeinschaft!

Aber: Da es um Versöhnung geht, bedeutet dies, dass alle aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Wer also den Friedensgruß per Handschlag weitergeben möchte, sollte sich in seinem Verhalten an die Regeln halten, die er von seiner Mutter zum Thema „Taschentuch" (Immer ein sauberes mithaben, es auch benutzen, sich abwenden....) mit auf den Weg bekommen hat. Und auch, wenn sein Nachbar ihm nicht die Hand reicht, sollte er als ein Zeichen des Friedens ein freundliches Lächeln verschenken.

Und auch derjenige, der nicht die Hand reichen will, weil er vielleicht krank ist oder ein schwaches Immunsystem hat, sollte nicht einen Wettbewerb im „Geradeaus-Starren" beginnen, sondern sich seinem Nachbarn zuwenden und einen freundlichen Blick zurückgeben, wenn er nicht die Hand reichen will. Sicher, das bedeutet einen gewissen „Aufwand", ein sich dem anderen wirklich zuwenden, aber der andere ist nun mal kein „Fremder", sondern mein Bruder oder meine Schwester (jedenfalls hat Jesus das behauptet).

Außerhalb der Grippesaison werde ich auch manchmal auf den Friedensgruß angesprochen, dann aber mit der Begründung: „Er stört meine Andacht!" Was ich dazu meine, verrate ich ihnen dann im nächsten Pfarrbrief!

 

Mit freundlichen Grüßen

Peter Lauschus, Vikar

11.890.202  Besucher seit 09.2009