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Friedensgruß und Kommunion

Vikar Peter Lauschus

Haben sie schon einmal ein Auto oder etwas ähnlich Großes und Teures gekauft?

Als ich meinen ersten Wagen kaufen wollte, bin ich zum Autohändler gegangen, der mir empfohlen worden war, und habe einfach gesagt: "Ich habe soundsoviel Geld, was haben sie dafür?" Und dann habe ich den Wagen "gekauft wie gesehen".

Ich sehe schon einige mit dem Kopf schütteln. Bei so einer Anschaffung muss man sich doch vorher genau informieren über die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Modelle, welche Folgekosten kommen dazu, was verbraucht er, wie ist der Wiederverkaufswert ... Das ist eigentlich ganz richtig, aber ich habe keine Ahnung von so etwas und finde es auch nicht so wichtig, dass ich mich da jetzt einlesen würde.

Was das mit andächtiger Kommunion zu tun hat? Eine ganze Menge, denn "andächtige Kommunion" bedeutet doch eigentlich, dass ich mir möglichst genau klar mache, was ich da eigentlich tue. "Ich empfange den Leib Christi." Aber was bedeutet das? Doch wohl mehr als: Ich gehe nach vorne und hole mir ein Stückchen Brot ab!

Ich möchte grundsätzlicher antworten: Liturgie, Gottesdienst hat die Aufgabe, das, was ich in meinem Inneren glaube und fühle, in einem äußerden Zeichen oder Ritus auszudrücken (So, wie wenn ich einem Menschen gegenüber durch eine Umarmung oder einen Kuss meine Liebe zeige).

Beim Empfang der Kommunion bedeutet das verschiedenes: Ich kann nur aus dir heraus leben, du bist meine Nahrung, mit dir möchte ich vereint sein.

Daraus erwachsen automatisch weitere Fragen: Wie sieht es in meinem Leben aus? Verwirkliche ich im Alltag, was ich hier im Gottesdienst durch den Ritus behaupte? Lebe ich aus der Begegnung mit Jesus Christus, wenigstens ansatzweise? Wird es in meinem Verhalten deutlich, greifbar?

Andächtig die Kommunion empfangen bedeutet also: Meinen Alltag prüfen, das findet im Bußakt am Beginn der Messe statt, ins Gespräch mit Gott kommen, um seinen Willen zu erfahren, das geschieht im Wortgottesdienst. Und in der Eucharistiefeier diese Vereinigung begehen, um sich dann im Schlussteil der Messe erneut senden zu lassen.

 Und der Friedensgruß? Was hat das mit dem Friedensgruß zu tun??

Eine ganze Menge: Wenn Paulus vom "Leib Christi" schreibt, dann meint er nicht die Eucharistie, dann meint er die Gemeinde, die Kirche. Das, was für den Empfang der Eucharistie gilt, gilt auch für die Gemeinschaft der Glaubenden: Ich kann nur aus ihr heraus leben, sie ist meine Kraftquelle, mit ihr möchte ich vereint sein. Der Friedensgruß ist nun der Ritus im Gottesdienst, mit dem das zum Ausdruck gebracht wird.

Und deshalb ist er mir so wichtig, dieser Augenblick der Zuwendung zu den anderen Gemeindemitgliedern. Ob er nun in einem Händedruck besteht, oder - genauso gut - in einem Blick oder Lächeln.

Aber die Zuwendung muss sein. Denn Christus tritt uns nicht nur in der Gestalt des Brotes, sondern genauso in der Gestalt der anderen Menschen gegenüber. Wenn ich aus einer bestimmten Frömmigkeit heraus die Menschen in der Kirche ignoriere und mich ausschließlich der Kommunion zuwende, dann ignoriere ich Christus, der mir in den anderen erscheint.

Dazu sollte man einmal Matthäus 25, 31-46 lesen ...

 

Peter Lauschus, Vikar

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