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Friedensgruß zum Dritten!

Vikar Peter Lauschus

Eigentlich hatte ich gedacht, ich brauche nichts mehr zum Friedensgruß zu schreiben, alles wäre doch schon gesagt.

Aber nach dem letzten „Auf ein Wort“ zu dem Thema wurde ich gefragt, wie man denn mit einem umgehen solle, der des Friedens nicht „würdig“ ist. Einer, der wirklich Böses getan hat, so dass es geradezu eine Einladung wäre, weiter so zu machen, wenn man ihm, oder ihr den Frieden gibt. In diesem Zusammenhang wird oft das Wort aus der Bergpredigt zitiert: „Wenn einer dir auf die linke Wange schlägt, halte ihm die rechte hin.“ (Mt 5,39). Also klaglos Unrecht annehmen, sich nicht wehren.

Zufrieden? Irgendwie macht das Bauchschmerzen, mir zumindest. Unrecht muss Unrecht genannt werden und muss bekämpft werden. Eine Szene aus der Passion läßt mich da stutzen: Als Jesus vom Knecht des Hohenpriesters geschlagen wurde, hielt er nicht die andere hin, sondern fragte: „Warum schlägst du mich?“ (Joh 18,22+23) Offensichtlich muss man genauer hinschauen, was dieser Satz meint: Es sieht so aus, als ob Jesus verhindern will, dass ein Streit eskaliert, dass man sich gegenseitig hochschaukelt. Wenn dich einer schlägt, schlag nicht sofort zurück, sondern suche den anderen durch deine Friedfertigkeit zu überwinden.

Und wenn das nicht funktioniert?

Im Matthäusevangelium gibt es die sogenannte Gemeinderegel: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muß durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. (Mt18,15-7)

Das Evangelium kennt also einen differenzierten Umgang mit Fehlverhalten von Gemeindemitgliedern. Ein pures entweder-oder gibt es da nicht. Leider ist offenbar so, dass es immer wieder auf ein konfliktreiches Gegeneinander: Streit und Zank, oder ein unter den Teppich kehren hinausläuft.

Der gesunde Weg des Evangeliums Konflikte zu bearbeiten, dabei aber auf dem Teppich zu bleiben und vernünftig und klug miteinander umzugehen scheint oft zu schwer. Aber ist er nicht der einzig lohnende?


Mit freundlichen Grüßen

Peter Lauschus

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