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Fürchten Sie weder Tod noch Teufel? (I)

Diakon Guido Schütte

Ob es gerade am Beginn der Adventszeit passend ist, über Tod und Teufel nachzudenken, mitten in der Vorbereitung auf die frohe Zeit der Ankunft Jesu Christi? Sicher, warum nicht! Weil wir das eine nicht vom anderen trennen können: Sowohl die Macht des Todes als auch die Macht des Teufels sind durch das Wirken Jesu Christi ein für alle Mal besiegt. Nach dem Zeugnis der heiligen Schrift und der Kirche haben wir also keinen Anlass zur Furcht. Das gehört zum Kern unseres Glaubens. Hört und schaut man sich daraufhin in der Öffentlichkeit um, bleibt von dieser triumphalen Auskunft allerdings wenig übrig. Wie kommt das?

Die Beschäftigung mit dem persönlichen Tod ist eine sehr intime Angelegenheit, spätestens dann, wenn die Ampel des Lebens plötzlich auf „Gelb“ springt und nicht mehr zum gewohnten „Grün“ zurückkehren will. Wir Menschen wollen leben, wollen vom Tod am liebsten nichts hören, und wissen doch so genau, dass wir dem endgültigen Abschied aus dem irdischen Dasein nicht entkommen werden. Die Bibel ist voller Erzählungen von Menschen, die mit Gott um jede weitere Lebensstunde ringen. Herausragendes Beispiel ist Christus selbst am Abend vor seinem Tod im Garten Getsemani, als er mit der Kreuzigung das grausamste Sterben vor Augen hatte, das man sich vorstellen kann – wobei der Weg des Sterbens noch einmal ein eigenes Kapitel ist, das man nicht einfach mit dem Tod gleichsetzen kann.

Und was kommt nach dem Tod? Ich empfinde es als großes Geschenk, dass ich selbst niemals ernsthaft am Weiterleben nach dem Tod zweifeln musste, und war deshalb schon als Jugendlicher verblüfft, dass viele meiner Mitschüler dafür so gar kein Empfinden zu haben schienen. Noch mehr wundere ich mich bis heute über Menschen, die entgegen jeder inneren Empfindung für das Endgültige des Todes geradezu kämpfen, jeden anderen davon zu überzeugen versuchen und keine Meinung neben ihrer eigenen zulassen. Ihr höhnisches Lachen über „die Kirchenspinner“ mit ihrem „Ewigkeitsgetue“ brüllt lautstark die Verzweiflung nieder, die diese Menschen offenbar befallen hat. Echte Verzweiflung zeigt sich nämlich nicht etwa im Kampf um die Erreichung des Vorteilhaftesten, sondern in der Aufgabe dieses Kampfes und der Annahme des Ungünstigsten. Zur eigenen Rechtfertigung und Bestätigung wird dieses Ungünstigste dann möglichst vielen anderen aufgenötigt.

Gegen eine solche Einflüsterung banaler Angst stemmt sich der Apostel Paulus entrüstet: „Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot.“ Jedes Bemühen um ein liebenswertes Miteinander wird dann völlig überflüssig, sogar hinderlich; es geht nur noch darum, für sich selbst hemdsärmelig das Beste herauszuschlagen. Und es überrascht mich nicht, dass in einer zunehmend glaubensfernen Gesellschaft diese Haltung immer häufiger anzutreffen ist.

Dabei ist genau diese verzweifelte Lebenshaltung wirklich sinnlos: Wer nur den endgültigen Tod vor Augen hat, bekommt sein Leben wegen der stets lauernden Todesangst letztlich nicht in den Griff. Wer dagegen ein ewiges Leben erwartet, kann die Dinge, die auf ihn zukommen, mit Gelassenheit abwarten. Das gilt in besonderer Weise für das Sterben und den Tod. Und sollte es tatsächlich keine göttliche Ewigkeit geben, dann hat der Glaubende zumindest niemals darunter gelitten und – genau betrachtet – trotzdem nichts verloren!

Weshalb eine solche positive Haltung dem Teufel nicht passt, schauen wir uns beim nächsten Mal an.

Eine gesegnete erste Adventswoche wünscht Ihnen
Diakon Guido Schütte

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