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Gaudete et Exsultate (1)

Pater Norbert Wientzek

Vor einigen Wochen ist unter diesem Titel ein Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus erschienen. Die Dokumente des Heiligen Stuhls tragen als Titel immer die ersten Worte des Dokuments in lateinischer Sprache. „Gaudete et exsultate“ bedeutet also „Freut euch und jubelt“ und stammt aus dem Evangelium nach Matthäus 5,12.

Das Ziel dieses Apostolischen Schreibens hat der Heilige Vater folgendermaßen formuliert:
„Mein bescheidenes Ziel ist es, den Ruf zur Heiligkeit einmal mehr zum Klingen zu bringen und zu versuchen, ihn im gegenwärtigen Kontext mit seinen Risiken, Herausforderungen und Chancen Gestalt annehmen zu lassen. Denn der Herr hat jeden von uns erwählt, damit wir in der Liebe ‚heilig und untadelig leben vor ihm’“.
Das Schreiben besteht aus 4 Kapiteln, die folgende Titel haben:
1.    Der Ruf zu Heiligkeit
2.    Zwei subtile Feinde der Heiligkeit
3.    Im Licht des Meisters
4.    Einige Merkmale der Heiligkeit in der Welt von heute.

Weil das Schreiben schon auf der Homepage des Heiligen Vaters (www.vatican.va) 65 Seiten zählt, ist es unmöglich, in 2 kurzen Beiträgen alles wiederzugeben. In diesem „Auf ein Wort“ möchte ich über die „Feinde der Heiligkeit“ eine kurze Zusammenfassung geben und im nächsten über die positiven Anstöße, die wir in dem Dokument finden.

Die zwei „subtilen Feinde“ der Heiligkeit sind Gnostizismus und Pelagianismus, die seit den Anfängen des Christentums unseren Glauben bedrohen.

Der Gnostizismus, wie der Papst schreibt, ist eine der schlimmsten Ideologien. „Er überbetont nämlich die Erkenntnis oder eine bestimmte Erfahrung und hält gleichzeitig seine eigene Sicht der Wirklichkeit für vollkommen. Er will dem Geheimnis Gottes und seiner Gnade genauso wie dem Geheimnis des Lebens der anderen die Flügel stutzen.“

Der Papst schreibt weiter: „Wenn jemand Antworten auf alle Fragen hat, zeigt er damit, dass er sich nicht auf einem gesunden Weg befindet ... Gott übersteigt uns unendlich, er ist immer eine Überraschung, und nicht wir bestimmen, unter welchen geschichtlichen Umständen wir auf ihn treffen, denn Zeit und Ort sowie Art und Weise der Begegnung hängen nicht von uns ab.“

Die gefährliche Verwirrung entsteht darin, zu glauben, dass wir, nur weil wir etwas wissen oder es mit einer bestimmten Logik erklären können, schon heilig und vollkommen sind.

Die pelagianische Mentalität charakterisiert sich dadurch, dass man überzeugt ist, allein mit dem menschlichen Willen die Heiligkeit erreichen zu können.
„Wenn einige von ihnen sich an die Schwachen wenden und ihnen sagen, dass man mit der Gnade Gottes alles kann, pflegen sie im Grunde die Idee zu vermitteln, dass man alles mit dem menschlichen Willen kann, als ob dieser etwas Reines, Vollkommenes, Allmächtiges wäre, zu dem die Gnade Gottes hinzukommt … Man gibt vor, nicht darum zu wissen, dass in diesem Leben die menschliche Hinfälligkeit nicht vollständig und ein für alle Mal durch die Gnade geheilt wird.“ (Nr. 49).

Mit anderen Worten: Wir brauchen alle viel Demut, sowohl, was unsere Erkenntnis und Vernunft, als auch, was unseren Willen angeht. Unsere Heiligkeit, zu der wir alle berufen sind, hängt von Gott und seiner Gnade ab, die wir freilich annehmen müssen.

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
P. Norbert Wientzek SVD

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