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Gaudete et Exsultate (2)

Pater Norbert Wientzek

Nachdem der Heilige Vater an den Ruf zu Heiligkeit erinnerte und die zwei subtilen Feinde der Heiligkeit (Gnosis und Pelagianismus) erklärte, hat er in den nächsten Kapiteln die Merkmale der Heiligkeit erklärt. So schreibt Papst Franziskus: „Jesus erklärte mit aller Einfachheit, was es heißt, heilig zu sein, und er tat dies, als er uns die Seligpreisungen hinterließ“ (Mt 5,3-12; Lk6,20-23). Sie sind gleichsam der Personalausweis des Christen. Wenn sich also jemand von uns die Frage stellt: „Wie macht man es, ein guter Christ zu werden“, dann ist die Antwort einfach: „Es ist notwendig, dass ein jeder auf seine Weise das tut, was Jesus in den Seligpreisungen sagt. In ihnen zeichnet sich das Antlitz des Meisters ab; wir sind gerufen, es im Alltag unseres Lebens durchscheinen zu lassen. Das Wort „glücklich“ oder „selig“ wird zum Synonym für „heilig“, denn es drückt aus, dass der Mensch, der Gott treu ist und nach seinem Wort lebt, in seiner Selbsthingabe das wahre Glück erlangt.“

Danach wird genau jede Seligpreisung und ihre Konkretisierung in unserer Welt von heute erklärt.

Im Vierten Kapitel werden „einige Merkmale der Heiligkeit in der Welt von heute“ dargestellt. Sie sind wichtig, weil sie den Gefahren und Grenzen der heutigen Kultur entgegenwirken. Die Gefahren in der heutigen Kultur werden folgendermaßen beschrieben: „Nervöse und heftige Unruhe, die uns zerstreut und schwächt, die negative Einstellung und die Traurigkeit, die bequeme, konsumorientierte und egoistische Trägheit, der Individualismus und viele Formen einer falschen Spiritualität ohne Gottesbegegnung.“

Dem entgegen stehen:

  • Durchhaltevermögen, Geduld und Sanftmut
  • Freude und Sinn für Humor
  • Wagemut und Eifer
  • Gemeinschaft
  • Beständiges Gebet

Wieder werden alle diese Merkmale genau und mit Beispielen erklärt.

Mir ist das Element der Berufung zur Heiligkeit in einer Gemeinschaft aufs neue bewusst geworden. Also nicht als einzelne, aber in der Familie, Ordensgemeinschaft, Pfarrei usw.. „Die Gemeinschaft ist dazu berufen, diesen göttlichen Ort zu schaffen, an dem die mystische Gegenwart des Auferstandenen Herrn erfahren werden kann. Das Wort Gottes miteinander zu teilen und die Eucharistie gemeinsam zu feiern, macht uns immer mehr zu Brüdern und Schwestern und verwandelt uns in eine heilige und missionarische Gemeinschaft.“

Im 5. Kapitel werden Kampf, Wachsamkeit und Unterscheidung besprochen. Interessant finde ich die Aussagen zur Existenz des Teufels, den der Papst nicht als Mythos, Schauspiel oder eine Idee ansieht. Es ist ein personales Wesen, das uns bedrängt, und im „Vater unser“ beten wir, dass die Macht Satans uns nicht beherrsche.

Schlimm ist in den Augen des Papstes die geistliche Korruption. Sie ist schlimmer als der Fall eines Sünders, weil es sich um eine bequeme und selbstgefällige Blindheit handelt, wo schließlich alles zulässig erscheint: Unwahrheit, üble Nachrede, Egoismus und viele subtile Formen von Selbstbezogenheit.

Um zu wissen was vom Heiligen Geist kommt oder ob es im Geist der Welt seinen Ursprung hat, hilft die Unterscheidung, die nicht nur ein gutes Denkvermögen und einen gesunden Menschenverstand voraussetzt, sondern eine Gabe ist, um die man beten muss.

„Wenn wir sie vertrauensvoll vom Heiligen Geist erbitten und uns zugleich darum bemühen, sie durch Gebet, Betrachtung, Lektüre und guten Rat zu entfalten, können wir sicherlich in dieser geistlichen Fähigkeit wachsen“ schreibt Papst Franziskus.

Das Apostolische Schreiben „Gaudete et Exsultate“ ist ein Schreiben, das uns an die Berufung zu Heiligkeit erinnert und deren verschiedene Aspekte erklärt. Es gibt uns viele Impulse für unser christliches Leben. Es lohnt sich, sich genauer als an dieser Stelle mit dem Inhalt bekanntzumachen. Dazu möchte ich herzlich einladen.

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
P. Norbert Wientzek SVD

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