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Geben Sie Acht auf sich

Pfarrer Hubertus Rath

Liebe Schwestern und Brüder,

dieser Tage fand ich in der Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“ ein ansprechendes Bild: „Niemand, der durch die Stadt läuft, macht sich Gedanken über die unterirdischen Versorgungsstränge, die für das Leben der Stadt, für sein Leben, von existentieller Bedeutung sind. Erst wenn etwas schief geht, ein Wasserrohrbruch, ein Bagger, der einen Kabelstrang irrtümlich zerrissen hat, dann tritt dieses unterirdische Leben ins Bewusstsein.“ „Erst wenn etwas schief geht..., dann denken wir daran“. Auf den ersten Blick können wir allen Baggerfahrern dankbar sein, dass sie ihre Maschine so filigran bedienen können. Denn nur in Ausnahmefällen wird bei den vielen Bauarbeiten ein Kabel durchtrennt oder eine Leitung beschädigt.

„Erst wenn etwas schief geht, dann denken wir daran“. Das gilt auch für unsere Gesundheit. Niemand bedankt sich beim Herz, dass es unermüdlich schlägt. Niemand bedankt sich bei der Niere, dass sie unentwegt filtert. Erst wenn etwas passiert, hab ich plötzlich Herz oder habe Niere oder Rücken. Nein, ich hab auch vorher schon Herz, Niere und Rücken. Nur dann denke ich nicht daran.

Erst wenn eine Beziehung in die Brüche geht, denke ich darüber nach, was diese Person mir bedeutet, was sie/ich falsch gemacht habe, was  mir wertvoll ist, worüber ich aber nie ein Wort verloren habe, weil das Alltägliche meine Gedanken immer wieder darüber wegführte.

Erst im Ruhestand merken viele, wie sehr sie sich über ihre Arbeit definiert haben und wie wenig sie etwas für sich selbst getan und aufgebaut haben.

Es gibt so viele „unterirdische Versorgungsstränge und Leitungen“, die unser Leben ausmachen: Freundschaften, Fähigkeiten, Entgegenkommen, Umwelt, die wir als Selbstverständlichkeiten voraussetzen, denen wir aber zu wenig Aufmerksamkeit und Achtsamkeit schenken, weil wir uns nicht die Zeit dafür nehmen. Deshalb wird in jeder Reha-Maßnahme oder Therapie so viel Wert auf Achtsamkeit und Achtsamkeitsübungen gelegt. Sie mögen einem am Anfang als Firlefanz vorkommen, aber auf Dauer schenken sie mir Achtung vor mir selbst, Achtung vor den Menschen meiner Umgebung und Achtung vor meiner Umwelt.

Geben Sie Acht auf sich, das wünscht Ihnen
Hubertus Rath, Pfarrer

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