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Geschenkte Liebe

Diakon Manfred Lohmann

In einer Handschrift des Klosters Tegernsee findet sich folgender Vers: „Ich bin Dein, und Du bist mein - ach, was kann es Schön’res sein!“ Wohlgemerkt: Dieser Vers wurde von einem Mönch verfasst, und er handelt augenscheinlich von der Liebe. Darf ein Mönch so von der Liebe sprechen und schreiben? Ja, er darf ! Mehr noch: Es gibt in ihm eine ganz und gar nötige Leidenschaft, die ihn zu solchen Gedanken geradezu zwingt.

Leidenschaft? Ja, jedes religiöse Leben hat mit Leidenschaft zu tun, und letztendlich zielt jedes religiöse Leben auf Vereinigung. Der Mensch darf zu Gott sagen: „Ich bin Dein“, und er selber darf tief drinnen im Herzen spüren, dass Gott zu ihm sagt: „Du bist mein“. Und beide, Gott und der Mensch, können miteinander ihrer Freude Ausdruck geben: „Ach, was kann es Schön’res sein!“

Vereinigung zwischen Gott und Mensch: Solange wir hier auf Erden leben, gibt es für mich persönlich keine schönere Möglichkeit dafür als das Sakrament der Eucharistie. Nach katholischem Verständnis sind Sakramente nicht nur Zeichen, die auf die Liebe Gottes hinweisen, nein, sie beinhalten die Liebe Gottes, ja das göttliche Leben selbst. Im Sakrament der Eucharistie empfangen wir den Leib Christi. Die Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth damals vor 2000 Jahren war mehr als eine bloße Stippvisite. Gott hat sich in seinem Sohn auf Dauer der Welt und den Menschen geschenkt. In der Eucharistie darf ich die bleibende Gegenwart Gottes am deutlichsten erfahren. Und wenn ich den Leib Christi in der Kommunion empfangen habe, weiß ich: keine andere Macht, keine Angst, einfach nichts und niemand kann jenes „Du bist mein“ übertrumpfen, welches Gott zu mir spricht. Meine Antwort gebe ich dann gerne: „Ja, Herr, und ich bin Dein!“

 

Manfred Lohmann, Diakon

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