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Geweiht zu (fast) nichts.

Diakon Guido Schütte

Am 28. April 2012 wurde unser Praktikant David F. Sonntag in der Markt- und Universitätskirche zu Paderborn durch Weihbischof Manfred Grothe zum Diakon geweiht. Bis Pfingsten 2013 wird er nun als vierter Diakon in unserem Pastoralverbund tätig sein.

Die Diakonenweihe ist gewissermaßen die erste Stufe des dreigliedrigen Weihesakramentes (gefolgt von Priesterweihe und Bischofsweihe). Mit dieser Weihe wechselt der Empfänger vom Laien- in den Klerikerstand – er wird „Geistlicher“.

Als Seelsorger ist der Diakon in allen Bereichen der kirchlichen Vollzüge anzutreffen. Ganz bewusst stellt er sich dabei an die Schnittstelle zwischen Geistlichen und Laien und nimmt seine Aufgaben vielfach an der Grenze zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen wahr.

Für David Sonntag bedeutet die Diakonatszeit eine Zwischenetappe auf seinem Weg zum Priesteramt. Darüber hinaus hat das Zweite Vatikanische Konzil den Diakonat als eigenständiges Amt wiedererrichtet. In unserem Pastoralverbund versehen Manfred Lohmann, Gottfried Rempe und ich den Dienst in dieser Weise – übrigens unentgeltlich und zusätzlich zum Erwerbsberuf. Wir sind „Ständige Diakone“, verbleiben also dauerhaft in dieser Weihestufe.

In unserer „Leistungsgesellschaft“ gilt in der Regel am meisten, wer sich ehrgeizig auf die höchsten Ränge vorarbeitet. Nun sagt aber Christus: „Der Größte von euch soll euer Diener sein“ (Matthäus 23,11). Diesem Wort folgend erinnert der Diakonat alle Christen – Laien wie Geistliche – beständig daran, dass der besondere Ruf Christi vor allem Einladung zum Dienen und nicht Freibrief zum Herrschen ist. Ein genialer Schachzug von Jesus Christus, das Weihesakrament so einzustiften, dass der Empfänger zunächst einmal zum Zeichen der Demut wird!

Es geht aber noch weiter: Betrachtet man den Diakon unter der beliebten Fragestellung: Was kann/darf er, was ein Laie nicht kann/darf, dann lautet die Antwort: Nichts!

Nur das Taufsakrament darf er spenden – das darf aber jeder andere Mensch im Notfall auch. Seine Aufgaben nimmt er aufgrund seiner theologischen und pastoralen Ausbildung in Verbindung mit der Beauftragung durch den (Erz-) Bischof wahr. Genau wie unsere Gemeindereferentinnen auch. So kurios es klingen mag: Der Diakon beweist durch seine Weihe, dass ein Christ die Weihe nicht unbedingt braucht!

Warum gibt es dieses Amt dann überhaupt? Und warum drücken gestandene Familienväter mitten im Leben noch einmal jahrelang die Schulbank und sparen ihre Urlaube für Prüfungen und Fortbildungen auf?

Weil Diakone dazu berufen sind, das christliche Leben einer kirchlichen Struktur, die sich von Zeit zu Zeit mit einer gewissen Eitelkeit um sich selbst zu drehen scheint, glaubwürdig, bodenständig und lebensnah zu begleiten. Weil sie Zeichen einer dienenden Kirche sind, die sich in Christi Namen den Menschen zuwendet, weil sie das Wort des Apostels Paulus wirklich verstanden hat: „Denn wenn ich schwach bin, bin ich stark!“ (2. Korinther 12,10b)


Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen


Diakon Guido Schütte

 


 

Den gesprochenen Text dieses Beitrages finden Sie hier.

 

 

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